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Boule -der Trendsport nicht nur für ältere Herren!Boule ist Cool: Sobald die Sonne rauskommt, werden wir's erleben: In den Parks spielen sie dann wieder, schmeißen ihre Eisenkugeln in den Sand, trinken einen guten Roten dazu, Küsschen hier, Küsschen da, so sind sie eben die Boule-Spieler. Es spricht einiges dafür, dass das gemütliche Spiel aus Südfrankreich der Trendsport 2006 werden wird. Das Image "sportlich, locker, outdoor" liegt in der Zeit, und wer will im Frühjahr noch mit Stöcken joggen, wenn schon jedes Altersheim den Parkspaziergang als Nordic Walking verkauft. Die Medien sind natürlich ganz vorne dabei. Der Berliner Verlag Weinmann hat gerade erst ein Buch zum Thema herausgebracht. "Das Boule-Spiel Pétanque" heißt es und wurde von dem Hamburger Journalisten und Boule-Trainer Martin Koch geschrieben. Wer es liest kann sofort mitspielen. Wahrscheinlich weiß der Leser nach der Lektüre sogar noch erheblich mehr als seine Mitspieler, denn er erfährt alles über die Regeln, die Geschichte und sogar einiges über Taktik und die (manchmal gemeinen) Tricks, die natürlich auch zum Spiel gehören. Selbst die Hamburger Volkshochschule liegt im Trend. Für 2006 hat sie Boulebuch-Autor Koch für mehrere Kurse verpflichtet. Einer davon findet schon im April in der Hamburger Boulehalle statt. Ja - Sie haben richtig gelesen! Hamburger Boulehalle. Auch das gibt es schon: Boule indoor, unabhängig vom Wetter spielen im Winter dort die Kugelfreunde in einer umgebauten alten Turnhalle. Ein gemütliches Bistro gibt es da natürlich auch. Aber nicht nur Privatleute schwingen immer häufiger die runden Eisen, auch Unternehmen erkennen zunehmend die kommunikative und entspannende Kraft des Boule-Spiels. Statt eines Betriebsausflugs bucht die Abteilung einen Boule-Nachmittag und/oder -Abend. So kommen die Mitarbeiter ins Gespräch, gehen locker und entspannt miteinander um. Der Großverlag Gruner + Jahr zum Beispiel organisiert für seine PR-Mitarbeiter und Kunden sogar mehrmals im Jahr ein Boule-Turnier. Dort geht es heiter zu und ein bisschen Wettkampf ist auch dabei. Der Boule-Trainer und Wirtschaftsjournalist Martin Koch führt speziell für Unternehmen Boule-Tage oder -Kurse durch. Dabei erklärt er das Spiel und organisiert ein kleines Turnier. Meist dient das nur zur Unterhaltung der Mitarbeiter. Aber manchmal geht es auch weiter. Schon haben einige Personalchefs erkannt, dass die Psychodynamik, die das Spiel entfalten kann, sich sehr gut zum Mitarbeitertraining eignet. "Es ergeben sich beim Boule ganz ungezwungen Gruppenspiele, die Teamgeist, Lernfähigkeit und Durchsetzungsvermögen testen und üben", sagt Koch, der für solche Seminare spezielle Programme entwickelt hat. Das Spiel mit den Eisenkugeln ist also vielfältig, und wie jedes gute Spiel bringt es den Menschen sehr nahe an sich selbst heran, zeigt ihn also wie er ist. Bisweilen versteckt sich daher in der oberflächlichen Gemütlichkeit sogar einiger Zunder. Ob das wohl daran liegt, weil das Spiel von den Soldaten Napoleons erfunden wurde? Zwischen den Schlachten vertrieben sie sich die Zeit mit den Kanonenkugeln, die sie auf Zünder warfen. 1792 ist dabei eine ganze Pulverkammer in die Luft geflogen - das aber blieb die Ausnahme. Im Allgemeinen geht es friedlich zu und ist das Verletzungsrisiko ist äußerst gering. Literatur:"Das Boule-Spiel Pétanque" von Martin Koch, Verlag Weinmann, Berlin, ISBN 387892078-4, Euro 15,60. Boule-Kurse an der Hamburger Volkshochschule: Boulehalle Hamburg, Langenhorner Chaussee 142, 22761 Hamburg. Eintritt: 3 Euro, Öffnungszeiten siehe www.boulehalle-hamburg.de
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