Über 40 Jahre ist Dieter Thomas Heck im Fernsehgeschäft tätig, momentan als Schauspieler bei den „Rosenheim-Cops“ oder „SOKO Stuttgart“, bei denen er immer wieder gerne ein Gastrolle übernimmt. Doch die regelmäßigen ZDF-Shows wie „Melodien für Millionen“ und „ZDF Hitparade“ beendete das TV_Urgestein Heck im Jahre 2007. Untätig ist er aber deswegen noch lange nicht und sein Herz hängt nach wie vor am Deutschen Schlager. Ende Oktober bringt er eine neue CD heraus, auf der er „seine Schlager“ selbst neu aufgenommen hat.
„Techno wird es nicht!“ schmunzelt der Produzent der Dito-Multimedia, „die alten Lieblingslieder werden neu und modern abgemischt und „von früher bis heute“ neu zusammen gestellt.“
Man sieht, ganz auf seine musikalische Arbeit kann Dieter Thomas Heck nicht verzichten.
„Es gibt einen beruflichen Punkt, an dem man sagt „jetzt reicht es““, erinnert sich Dieter Thomas Heck an das Jahr 2007. „Man wird sich der Endlichkeit des Lebens bewusst und möchte den verbleibenden Rest genießen und nicht im chronischen Zeitdruck verbringen.“
Für Dieter Thomas Heck kam dieser Zeitpunkt, als seine Ehefrau Ragnhild an Krebs erkrankte und sich der 70. Geburtstag näherte. „Hildchen“ und er sind seit der Funkausstellung 1971, bei der sich das Paar kennen lernte, ein unzertrennliches Team. Noch heutzutage feiern sie nicht nur den Hochzeits- sondern auch den Kennenlerntag! Nicht nur privat, auch beruflich standen die Hecks Schulter an Schulter und bauten ihre Produktionsfirma auf. Ragnhild Heck organisierte, Dieter Thomas stand vor der Kamera…das Fernsehgeschäft lief für die beiden blendend, doch man hetzte zwangsläufig von einem zum nächsten Termin.
„Das sollte anders werden“, erklärt Ragnhild Heck. „Unsere Firma zog nach Berlin um und unsere Tochter Saskia übernahm zunehmend mehr Aufgaben. In unserem Schloss in Aubach standen 70 Prozent der Räume, die ja großteils als Büros fungierten, leer. Da unsere Kinder das Schloss nicht nutzen wollten, entschieden wir uns für den Verkauf und haben im „Ländle“ heutzutage nur noch unsere Büroadresse.“
Besitz verpflichtet zur Anwesenheit und mit dem Verkauf des Schlosses konnten die Hecks ihr Haus in Spanien vermehrt nutzen. Ragnhild Heck richtet sich dort neu ein, renovierte und baute um und einige Stücke wurden vom Schloss ins das Ferienhaus transportiert. Das meiste verkaufte die Familie in einem großen Bazar zugunsten des örtlichen Kindergartens. Wurde dabei die „Vergangenheit bearbeitet“?
„Beim Packen passierten schon einige Geschichten Revue“, erklären die Hecks, „aber leben nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunft. Das Entscheidende für uns ist der „Faktor Zeit“, den wir früher kaum gehabt haben. Wenn wir irgendwo waren, mussten wir gleich wieder weg. Heute sagen wir: „die Sonne scheint so schön, lass uns doch einfach eine Woche länger bleiben!“
Gesagt, getan! Pferd Felix und Esel Puschkin (der zwischenzeitlich leider verstarb) wurden zu Michael Aufhausser ins Gut Aiderbichl bei Salzburg gegeben. Hecks wollten die ehemaligen Hasutiere besuchen, trafen sich mit ihrer Freundin Witwe Clarin und Freund Michael Auffhauser im Salzburger Land.
…/2 Heck Salzburg
„Da konnten wir es uns nicht nehmen lassen, uns in unserem Salzburger Lieblingshotel Sacher ein Zimmer zu mieten“, erklärt Dieter Thomas Heck. „Ein paar Urlaubstage im schönen Salzburg und viel Zeit füreinander standen auf dem Programm!“
Es machte dem Ehepaar Heck nichts aus, dass der Himmel etwas sehr mit Wolken verhangen war und es leicht nieselte. Raus mit dem Schirm und ab auf die Salzburg. Auch hier wurden Erinnerungen wach: „Weißt Du noch als wir damals hier zur Gala eingeladen waren?“, fragt Ragnhild Heck ihren Mann beim „Bierchen“ im Restaurant der Burg.
„Und jetzt können wir so richtig schön bummeln“, antwortet „Hecki“, posiert für Familienalbum zwischen den Ritterrüstungen und ersteht kurz darauf ein Gemälde für das Haus in Spanien und eine Kiste Mozartkugeln.
Man merkt, wie glücklich die beiden sind, dass sie ihr Leben genießen können. Insbesondere nach der großen Sorge und der Krankheit werden die schönen gemeinsamen Tage umso wertvoller. Ragnhild Heck ist wieder topfit, voller Lebenfreude und –mut. Wenn diese Krankheit etwas Positives hatte, dann das, dass die Hecks noch mehr zusammen geschweißt worden sind. Nur ein Kompressionsverband am linken Arm erinnert an die schlimme Zeit.
„Mir wurden Lymphknoten entfernt und der Verband verhindert das Anschwellen des Armes“, winkt „Hildchen“ ab und es scheint recht nebensächlich für sie zu sein. „Wichtig ist, dass alle Blutwerte in Ordnung sind und bleiben!“
Auch die nächsten Reisepläne werden schon diskutiert: Südafrika ruft! Sohn Nils betreibt dort ein wunderschönes Hotel und seine Eltern sind seine liebsten Gäste. Hinzu kommt, dass Dieter Thomas Heck großer Fußballfan ist und die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr dort stattfinden wird. Er kann es kaum noch erwarten!
„Bis dahin werden wir zwischen Berlin, unserer Wohnung am Vierwaldstätter See und Spanien hin und her reisen und uns zwischendurch weiter um unsere Charity-Aktivitäten kümmern.“
Das Ehepaar Heck zieht sich keineswegs ins Privatleben zurück und wird weiterhin für die Welthungerhilfe, die Krebshilfe und ihren Grit-Jordan-Verein, der behinderten Kindern in Estland hilft, die Spendentrommel rühren. Und natürlich auch weiterhin ein wenig im Showgeschäft tätig sein … denn der „Hecki“ kann gut singen und es wäre ein Schande, wenn man auf seinen sonoren Bariton verzichten müsste:
„Hello, good morning, how are you” donnert es musikalisch durch den Frühstücksraum des Hotels Sacher und man ist von dieser stimmlichen Kostprobe eindeutig beeindruckt! Der Dieter kann es noch…
… und wer seine alten Schlager neu arrangiert hören möchte, der sollte mal in den Plattenladen gehen: „Heck is Back“ heißt die CD, die bei keinem Schlagerfan fehlen sollte!
Christian Pantel
