Dieter Thomas Heck im Aids-Projekt der Welthungerhilfe in Südafrika

Filahne Ngubane und ihre ältere Schwester Thembeni nehmen den freundlichen Deutschen mit den grauen Haaren in den Arm und herzen ihn so richtig durch! Dieter Thomas Heck strahlt! Diese Dankbarkeit und Warmherzigkeit hätte er nicht erwartet und das ist die eigentliche Belohnung für sein Engagement bei der Welthungerhilfe: In Durban/Südafrika besuchte er das Hillcrest-Aids-Center, das von der Deutschen Welthungerhilfe unterstützt wird. Die DWHH bekommt Spendengelder durch Dieter Thomas Heck’s ZDF-Galas. Die Letzte lief unter dem Titel „Künstler für Afrika“ und „Hecki“ wollte sich persönlich überzeugen, dass die Gelder wirklich an die richtigen Adressen gelangen…

„Natürlich habe ich absolutes Vertrauen in die Arbeit der Welthungerhilfe“, erklärt Dieter Thomas Heck, „doch wenn ich mich engagiere, dann möchte ich das nicht nur vom gemütlichen Wohnzimmersessel aus machen. Es ist schon ein Unterschied, ob man Elend im Fernsehen oder in der Realität sieht. Wenn man tatsächlich erfahren hat, wie schlecht es Menschen in dieser Welt geht, transportiert man die Bitte um Hilfe umso intensiver.“

Fihlane und Thembeni sind die beiden letzten Frauen  der Familie Ngubane. Die Männer, oftmals arbeiten sie in den Großstädten und kommen selten nach Hause, sind nicht da. Das „Frauenteam“ hält die Familie zusammen. Doch gerade die Frauen sind am meisten Aids-gefährdet.“

„In der Großfamilie Ngubane sind fast alle Verwandten an Aids gestorben“, erklärt Dieter Thomas Heck, „alles hängt an Fihlane Ngubane und Thembeni, die auch die Kinder ihrer verstorbenen Schwestern aufziehen. Das schaffen sie nur mit der Unterstützung der Welthungerhilfe.“

Doch Spenden werden nicht einfach ausgehändigt! „Hilfe zur Selbsthilfe“ lautet das Programm. Die deutschen Entwicklungshelfer Renata und Andreas Gensicke leisten im Hillcrest-Aids-Center ganze Arbeit im Projekt. Neben der Beratungsstelle bauen sie ein Netzwerk in den Dörfern auf. Krankenschwestern werden angelernt und eine Aids-Notstation wurde eingerichtet, in der HIV-Positive, die keine Familien mehr haben, stabilisiert werden. Doch das Herzstück ist der Anbau von Nutz- und Zierpflanzen.

„Durch die Aufzucht von Gemüse in den Gärten unserer Aids-Familien sorgen wir nicht nur für deren Eigenbedarf“, erklärt Entwicklungshelfer Gensicke. „Wir versuchen auch die Produktion soweit zu erhöhen, dass die Familien das überbleibende Gemüse auf dem Markt verkaufen können. Hinzu kommen Zierpflanzen, die im Projekt gezüchtet und vermarktet werden. Der daraus resultierende Erlös wird wieder in die Beratungsstelle, unser Aids-Hospital und die Ausbildung von Krankenschwestern investiert, die vor Ort in den Dörfern auch präventiv unterwegs sind und bereits Erkrankte und deren Familien vor Ort unterstützen.“

Was sich nach wenig anhört, bedeutet viel! Schon die Tatsache, dass sich die Ärmsten der Armen mit dem Verkauf des Selbstangebauten finanzieren können, folgert zwei wesentliche Aspekte: Prostititution und damit weitere Verbreitung von Aids wird vermieden und gleichzeitig steigt das Selbstbewusstsein und der eigene Stolz.

„Ich bestelle schon ein ganzen Feld“, sagt Frau Ngubane, „und könnte noch viel mehr schaffen, wenn ich eine Bewässerunganlage hätte! In zwei bis drei Jahren habe ich mir das Geld zusammengespart. Jetzt mussten wir uns erst mal einen Gasherd kaufen, um das Essen für die Kinder zu machen….“

Die „Bewässerungsanlage“ ist ein Gartenschlauchsystem mit Wasserreservoir, alles zusammen 250,- €. Dieter Thomas Heck zückt die Geldbörse und steckt Andreas Gensicke unauffällig die Summe zu. Der besorgt das Material erst nach der Abreise „sonst würde der „Hecki“ vermutlich bei seiner neuen Freundin einziehen müssen“, schmunzeln die Entwicklungshelfer.

Nicht so gut geht es Happyness Shangase. Die bildhübsche 28jährige liegt mit fast erblindeten Augen und Hautflecken wenige Dörfer weiter in ihrem Bett. Aidsmedikamente können noch nicht gegeben werden, erst muss sich der Allgemeinzustand bessern, sonst würden die Nebenwirkungen der Medikamente tödlich sein. Happyness hat sich aber noch nicht aufgegeben. Ihre Fingernägel sind perfekt lackiert und ihr bezauberndes Lächeln hat sich nicht verloren. Dieter Thomas Heck setzt sich an ihr Bett und streichelt liebevoll ihr Gesicht. Gesundheit kann man leider nicht kaufen, er würde sicher nicht zögern!

„Ich habe viele Krisengebiete gesehen“, sagt er, „Äthiopien ist noch viel schlimmer als Südafrika und wir müssen einfach ein wenig abgeben, um viel zu bewirken! Ich bewundere die Arbeit der Entwicklungshelfer, die viel vernünftiger reagieren als wir. Geld nützt nur dann etwas, wenn man es auch sinnvoll einsetzt. Auch wenn es schwer fällt und mir immer das Herz zerreißt: Reisende sollten bettelnden Kindern vor Ort nichts geben, dieses Geld wird verschwendet, wie die Entwicklungshelfer mich belehrten. Dieselbe Spende an die WHH bewirkt viel mehr!“

Und Dieter Thomas Heck weiß mittlerweile, wovon er redet und mit welchen Organisationen er effektiv zusammen arbeiten kann. Neben der Welthungerhilfe unterstützt er mit seinen ZDF-Sendungen auch noch die Krebshilfe…und „last not least“ hat er seine eigene private Organisation, die Tallinhilfe, gegründet, die schwerkranke Kinder in Estland und deren medizinische Bettreuung finanziert.

„Mein Charity-Engagement begann mit dem damaligen Kontakt zu Mildred Scheel“, erinnert sich Dieter Thomas Heck, „und ihrer Krebshilfe. Es ist ein ganz einfacher Mechanismus: Denken Sie mal darüber nach, wie gut es Ihnen geht! Ich habe in meinem Leben viel Glück gehabt, bin dafür sehr dankbar und möchte nun Bedürftige an meinem Glück teilhaben lassen und ein wenig davon abgeben.“

Auch das Thema Aids liegt dem Showmaster sehr am Herzen. In Deutschland wird immer weniger darüber geredet, weil Medikamente vorhanden sind, die die dramatische Sterberate eindämmen.

„Man muss sich bloß vorstellen, wie viele Waisenkinder zukünftig in Südafrika leben werden!“, sagt Dieter Thomas Heck. „Wenn dort in der  Bevölkerung eine Aidsrate von über 20%  geschätzt wird, ist das praktisch jeder Zweite bis Dritte! Denn mindestens die Hälfte der Bevölkerung sind Alte und Kinder, die weniger zur Risikiogruppe zählen, weil sie keinen Geschlechtsverkehr haben, sofern sie als Kinder nicht von Geburt an infiziert sind. “

„Wach auf und höre auf die Stimmen der Sterbenden“, titelt die südafrikanische Tageszeitung „Saturday Star“ und Dieter Thomas Heck liest, dass aktuell rund 450.000 Kinder in Südafrika beide Elternteile aufgrund von Aids verloren haben.

„Für mich ist eines völlig klar“, sagt der Showmaster, „meine nächste ZDF-Gala für die Welthungerhilfe und das Hillcrest-Aids-Center im Oktober wird nicht die letzte sein! Man muss wachrütteln, damit die Menschen helfen!

Christian Pantel

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