EAV - Neue Helden braucht das Land - im Test von Holger Stürenburg

Der Zeitraum nach – sagen wir – ca. 1993/94, war für die kultige österreichische Kabarett-Truppe „ERSTE ALLGEMEINE VERUNSICHERUNG“ (kurz: „E.A.V.“ genannt) eine zwar kommerziell äußerst rentable, in kreativer bzw. qualitativer Hinsicht jedoch eine sehr, sehr bedenkliche Phase. Die bislang gewohnte, hinterfotzige lyrische Bissigkeit, die in den 80ern unvergessliche Klassiker, wie z.B. den „Alpenrap“, „Ba Ba Banküberfall“, „Märchenprinz“ oder den allzu vergesslichen „Kurti“ ausmachte, war völlig aus dem Bandkonzept verschwunden und einer drögen, öden Ballermann-Seligkeit und Schenkelklopfer-Mentalität gewichen.
Über die teils wahrhaft grausigen Titel, die in der zweiten Hälfte der 90er seitens der „E.A.V.“ vorgelegt wurden, sollte man eigentlich gänzlich den Mantel des Schweigens hüllen. Es war einfach nur blamabel.

Doch dann unterzeichneten Sänger Klaus Eberhartinger, Texter/Komponist/Gitarrist Thomas Spitzer und ihre Begleiter 2005 einen neuen Kontrakt mit der Münchener Ariola, legten kurz darauf eine phantastische Doppel-CD mit zig Neueinspielungen ihrer größten Hits vor, auf der auch ein paar ganz aktuelle Songs zu finden waren. Und siehe da: Die herausragende George-Doubleyou-Bush-Vergackeierung „God bless America“ oder die freche „DSDS“-Verarsche „Popstar“ belegten, daß das plietsche Sextett aus der Alpenrepublik aber auch rein gar nichts in Sachen lyrischer Zuspitzung, sarkastischer Formulierungskunst und Angriffslust gegen den Zeitgeist verlernt hatte. „God Bless America“ war einfach nur Klasse. Wer sich benimmt, wie sich Bush damals benahm, hatte nix anderes verdient!

Es folgte, nach einer durchwegs ausverkauften Jubiläumstournee und dazugehöriger Live-DVD, 2007 das sacht „missverständliche“ (diesen Begriff möchte ich nun als enorm positiv verstanden wissen!) Spitzenalbum „Amore XXL“, das die „E.A.V.“ längst wieder in alter, textlicher Größe zeigte – ja, und nun hören wir seit kurzem ein wahrhaftiges Feuerwerk an bitterbösen, ironischen Wortspielen unter dem Titel „Neue Helden braucht das Land“ (Ariola/SONY)!
Alleine der Eröffner dieses realen Meisterwerks, „Dummheit an die Macht“… Der trifft den Nagel auf den Kopf. Der fetzige, bissige, zugleich sehr eingängige Hardrocker beginnt mit der überzeichnet populistischen Textzeile „Alle Raucher an die Wand – und erschossen aus dem Stand!“ und gipfelt in so trefflichen Aussagen a la „… doch geistige Armut / ist keine Schande / denn Idioten / sind heut hochmodern“ (Textzitat) oder – einfach nur genial – „Blödsein ist erlaubt / doch Rauchen ist verboten“!

Auf der musikalischen Basis von Chuck Berrys Rock’n’Roll-Klassiker „Memphis Tennessee“, setzt sich „Rabatt, Rabatt“ rockig und rasant mit dem „Geiz ist Geil“-Wahn der letzten Jahre konsequent bitterböse und lyrisch brillant auseinander. Der Vierzeiler „Das Huhn“ – zur Melodie „Mein Hut, der hat drei Ecken“ – trägt mehr Zeitgeist-Kritik in sich, als so mancher ellenlanger Feuilleton-Beitrag in „Spiegel“ oder „Zeit“!

Der deftig-heftig vor sich hin rockende Titelsong der hier analysierten Silberscheibe, „Neue Helden braucht das Land“, ist nix anderes, als eine überspitzte Darstellung der (pseudo-)kulturellen Realität des Jahres 2010 – es dreht sich darin, wie immer gewitzt und zutreffend ausgedrückt, um die bodenlose Dekadenz im RTL-2-beherrschten Fernsehprogramm dieser verdammten heutigen Zeiten, zwischen „Dschungelcamp“, „Bauer sucht Sau“ (betone: „Sau“ ;))) und sonstigem (Textzitat!) „Trottel-TV“; niederschmetternd resümierend – „Jedes Volk bekommt / was es verdient“ (Textzitat).

Um die Piraten-Problematik, die letzten Sommer weltweit für Schlagzeilen gesorgt hatte, geht’s im Mini-Couplet „Baden in Aden“. Auch das „Debil-Fossil“ (Zitat) George Doubleyou B. bekommt noch mal sein Fett weg – im Rahmen einer liebenswerten, country-angehauchten und durchaus sanft kritischen Hommage an unser aller Hoffnungsträger, US-Präsident Barak Obama: „Führe uns zum Licht / und schiebe eine Doppelschicht“ (Textzitat)! Dümmliche Sektenführer, Gurus und sonstige „Eso-Terroristen“ (Textzitat) werden in „Simsalabim“ herrlich vorgeführt!
Versteinerten Katholiken-Funktionären im Vatikan und sonst wo, geht es in „Nostradamus“ hart rockend ans Leder. Ein LEIDER sehr zeitnahes Thema, wie es die aktuellen Missbrauchs-Skandale in ach so frommen Konfessionsschulen, wie etwa dem Berliner „Canisius-Kolleg“ oder dem hiesigen „Sankt-Ansgar-Gymnasium“, momentan Tag für Tag an den Tag legen (Ach ja, Herr Direktor Stolze, Sie können sich an nix erinnern – was für die österreichischen Freunde der „Kurti“ W. war, scheinen Sie für uns Hamburger zu sein!!!).
 
Freundlich jazzig, swingend, wird die aufgesetzte Geilheit von unbelehrbaren Macho-Typen in „Männer brauchen Tritte“ kongenial abgehandelt. Mit Hartz-4 und damit verbundenen Schwierigkeiten, setzt sich der propere Pop/Rock-Ohrwurm „Eloise und die Krise“ auseinander.

Ja, und nun werden wieder mal die „politisch korrekten“ Bedenkenträger aller Orten ihr mahnendes Wort erheben… denn die „E.A.V.“, eigentlich von jeher eher dem linken/linksliberalen Spektrum zuzurechnen, WAGT es – man mag es kaum glauben –, den klassischen, integrationsunwilligen Deutschenhasser, mutmaßlichen „Ehren“-Mörder, islamistischen Frauenunterdrücker, den „Supertürke(n)“ schlicht perfekt zu karikieren und ad absurdum zu führen! Das ist ein Tabubruch im deutschen Pop, keine Frage – aber ein SEHR notwendiger!!!

Vollkommen ungebildete, vorurteilsbesessene Spießer der Art „ich hab ja nix gegen Ausländer, aber…“, werden im mal wieder – den böööösen Textinhalt radikal konterkarierenden – swingenden Chanson  „Toleranz“ ironisch aufgespießt! Eine Art österreichische Antwort auf Robert Longs mehrdeutigen 1981er-Singer/Songwriter-Meilenstein „Morgen sind wir tolerant“.

Derart genialische Kabarettpop-Arien erlauben es zweifellos, daß die „E.A.V.“ des Jahres 2010 auch mal wieder schlicht auf Spaß und Party setzen. So etwa in „Hypochonder“ oder „Bitte Bier“, einem tanzbaren, prädestinierten Discofox-Sommerhit, der seine Pflicht erfüllen könnte, wenn ihn die Ariola zum passenden Zeitpunkt als Single auskoppeln würde.

Eine exklusive Wienerlied-Parodie namens „Beim Gseijtei im Hof“ (örtlich eigentlich eher in der Steiermark angesiedelt. Danke, liebe Gerda, für den Hinweis!) – stilistisch irgendwo anzutreffen zwischen frühem Ambros, noch früherem Danzer (zu „Tschick“-Zeiten) und Heltau in Bestform - und die übertrieben betroffene Weltschmerzballade „Wie schön (wär diese Welt)“, beschließen eine Produktion, die im Grunde genommen keinerlei Wünsche offen lässt. Jedes Wort sticht! Die „E.A.V.“ ist wiederum dort angekommen, wo sie hingehört. Ich mag nicht wissen, wie viele Titel von „Neue Helden braucht das Land“ auf dem Rundfunkindex landen. Die Texte beißen tiefe Wunden in den dekadenten Zeitgeist des Jahres 2010. Und das ist auch mal nötig! Aff un zo sollte man über gewisse Themen eben die eine oder andere „Generaldebatte“ führen (Nicht wahr, lieber Guido? Der Verf.).

Nur – und dies ist der einzige reale Kritikpunkt an vorliegendem Tonträger – muß auch ein passionierter Brillenträger, wie der Verfasser dieser Zeilen, ebenjene phänomenalen Reime im CD-Beiheft lesen können. Die Schrift, in der die wortreichen Epen aus der Feder Thomas Spitzers, dort abgedruckt sind, ist kaum mit einer, mir vorliegenden, ultrateuren Lupe zu entziffern. Das grenzt an „Körperverletzung“. Meine Augen schmerzen, nach der ca. drei Stunden langen, intensiven Auseinandersetzung mit „Neue Helden braucht das Land“, schon sehr arg. Das muß und darf nicht sein!
Davon abgesehen aber, ist das Album ein absoluter, wenn auch noch sehr früher Deutschrock-Höhepunkt der soeben angebrochenen neuen Dekade. Man kann bzw. sollte „Neue Helden…“ nicht nebenbei hören. Man muß die CD auf sich wirken lassen, sich in sie rein denken – und irgendwann aufstehen, sich an den Kopf fassen und sich fragen? Wo leben wir eigentlich???
Ich denke, dann hat die Silberscheibe das erreicht, was sie erreichen wollte!
Gesamtnote: Bestwertung!
Quelle: Holger Stürenburg, 14./15. Februar 2010

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Strahlende weiße Zähne, leuchtende Augen – Roberto Blanco scheint derzeit ein sehr zufriedener Mann zu sein! Zwar ist die Scheidung von Mireille noch nicht komplett in trockenen Tüchern, doch man will die Trennung wohlwollend und kooperativ über die Bühne bekommen. Die neue Frau an seiner Seite, Luzandra Straßburg, freut es und Roberto schaut in eine glücklich verliebte Zukunft. Auf den Seychellen gab sich das Paar schon das Ja-Wort. Natürlich muss die Hochzeit noch in Deutschland anerkannt werden, ein Bigamist will Roberto nicht sein!

Der Altersunterschied von fast 4o Jahren lässt den 74jährigen kalt. „Liebe kennt keine Altersgrenze“ sagt er, „ich betrachte mich einfach als zweimal gefühlte 35!“

Natürlich kann es immer wieder Probleme bei Partnerschaften geben. Das weiß Roberto Blanco nur zu gut. Gemeinsamkeiten müssen vorhanden sein. „Luzandra und ich kommen beide aus Kuba, unsere Familien leben sogar im gleichen Dorf“, führt er aus und sieht somit keine kulturellen oder sprachlichen Differenzen. „Das hat von Anfang an gepasst und war Liebe auf den ersten Blick! Wir saßen in derselben Limousine, die uns zu einer Veranstaltung fuhr und der Funken sprang sofort über.“  

Doch Roberto Blanco ist kein dummer Mann. Auch ihm ist klar, dass das biometrische Alter eine Rolle spielt – wenngleich es bei beiden gefühlsmäßig hundertprozentig übereinstimmt. Sicherlich nicht ohne Grund entdeckte er das Mittel EroXdoc, welches dem reiferen Mann ein grandioses Liebesleben bescheren soll. Wesentlicher Bestandteil ist Taurin, ein Wirkstoff der die Aktivität anregt.

„Das ist eigentlich das Entscheidende“, führt Roberto Blanco aus. „Ich sehe EroXdoc nicht ausschließlich als Potenzmittel. Es aktiviert mich, es ergänzt meine Lebensfreude und meine  natürlich Spontaneität. Dass es einen kleinen wesentlichen Nebeneffekt gibt“, fügt er schmunzelnd hinzu, „kann ich nicht abstreiten und das stört mich auch nicht wirklich!“

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