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Schlagersänger Erik Silvester: "Für meinen Hund gehe ich in den Knast!"Wenn der eine singt, dann klatschen die Fans – wenn der andere bellt, dann klagt die böse Nachbarin. Die Rede ist von Erik Silvester, der für seinen Hund Robby jetzt eventuell ins Gefängnis muss. Wenn es um „Robby und seine Rechte" geht, wird Erik Silvester – den sonst nichts aus der Ruhe bringen kann – „fundamentalistisch": „Ein Hund hat das Recht zu bellen!" sagt er. Derzeit sitzt Erik Silvester in seinem Tonstudio und arbeitet an seiner neuen CD, die im April auf den Markt kommen soll: Eine Neuauflage seiner großen Hits, die teilweise schon zu Evergreens geworden sind. Auch „Zucker im Kaffee" wird auf diesem Album als Remake zu hören sein. Doch leider wird seine Kreativität durch unzählige Anwalts- und Gerichtsbriefe gestört. Obwohl Hund Robby nicht außerhalb der normalen Zeiten im Garten des Kölner Hauses ist, scheint sich eine Nachbarin „prinzipiell" über gelegentliches Kläffen aufzuregen. Das Dumme ist, sie ist Staatsanwältin und hat offensichtlich einen ausgezeichneten Kontakt zum örtlichen Amtsrichter, der Erik Silvester ohne Vorwarnung eine Geldbuße von 5000,- Euro ins Haus flattern ließ. Die wird er nicht bezahlen, soviel ist sicher!
Beinahe eine Posse wie in der Werbung der Rechtschutzversicherung! Ein Nachbar spinnt immer, klagt sich durch die Gegend und strapaziert deutsche Richter. Nur dass es diesmal einer ist, der offensichtlich selbst im Gericht tätig ist und wohl nichts Besseres zu tun hat? Da werden Gangster auf freien Fuß gesetzt, weil Gerichte überlastet sind – aber Erik „Meine Frau Marlene hat Robby aus einem spanischen Tierheim gerettet, wo er sonst vergast worden wäre", erinnert sich Erik Silvester an das Jahr 1993. „Er startete ein erfolgreiches und glückliches Hundeleben in unserem Haus mit Garten und fünf Jahre gab es überhaupt keine Probleme. Dann kam ein Brief vom Anwalt der früheren Nachbarin und Mutter der heutigen Klägerin. Während die armen Verbrecher ewig auf ihren Termin warten müssen, stand damals Richter H. zur Ortsbesichtigung 14 Tage später vor der Tür und vernahm alle Zeugen in der Nachbarschaft. Ergebnis: Unser Hund bellt nur innerhalb der erlaubten Zeiten. Trotzdem kam damals ein Bußgeldbescheid über 1000,- Mark und wir schlossen einen Vergleich mit der damaligen Nachbarin."
„Das war wie ein „Replay"", meint Erik Silvester, „nur diesmal will er 5000,- Euro von mir und schickte mir den Gerichtsvollzieher. Der war übrigens ein sehr netter Mensch und wusste auch nicht so richtig, was er von dem ganzen Unsinn halten sollte, aber letztlich musste der arme Kerl seinen Job machen. Wir hinterlegten eine Bankbürgschaft und gehen jetzt durch alle Instanzen! Auch wenn ich verliere: Bezahlen werde ich nicht!" Zur Übung schlüpft Erik Silvester schon mal fürs Foto in das Sträflingsoutfit und Robby unterstützt sein Herrchen mit einem energischen „Wuff". Hoffentlich hat"s die Nachbarin nicht gehört! Auch Ehefrau Marlene steht voll hinter ihrem Mann und wird ihm täglich sein Lieblingsessen in den „Bau" liefern. „Wir sind seit 19 Jahren glücklich verheiratet und noch immer frisch verliebt!", beschreibt Erik Silvester die Harmonie in seiner Ehe, die auch durch gerichtliche Instanzen nicht getrübt werden kann. „Es war schon damals, beim Presseball 1984, Liebe auf den ersten Blick und ein halbes Jahr später haben wir unser „Schicksal" amtlich besiegelt. „Mein Schicksal!" korrigiert Ehefrau Marlene schmunzelnd mit Blick auf das „Knacki-Kostüm". „Wir haben uns immer unseren Freiraum gelassen, jeder hat seine Hobbys und seine eigenen Freunde behalten. Toleranz und Vertrauen sind das Geheimnis einer guten Partnerschaft." „Und natürlich gemeinsame Interessen", fügt Erik Silvester hinzu. „Seit 15 Jahren haben wir unser Feriendomizil auf Mallorca. Wir sind absolute Fans dieser Insel und dort darf Robby soviel bellen, wie er will! Da gilt das Recht des Hundes noch etwas. „Ein Glück!" unterbricht Marlene, „nicht, dass ich Dich da auch noch im Knast besuchen muss!" „Sie quatscht mir immer dazwischen!", flachst Erik Silvester, „aber das machen alle Frauen. Das ist völlig normal! Immer noch besser als verklagen! Auf Mallorca werden wir nächstes Mal, zur Strafe für die stänkernde Staatsanwältin, noch einen zweiten Hund aus dem Tierheim retten! Mal sehen, wie weit wir in der Gerichtsbarkeit nach oben kommen, und wenn alle Stränge reißen, können wir noch immer nach Spanien auswandern. Aber bis dahin wird gekämpft!" Und Erik Silvester marschiert zu seinem Tonstudio auf seinem Grundstück hinüber. Gut isoliert, unter absoluter Schallabdämmung, komponiert er ein neues Stück. Schon 1997 brachte er die Single „Hunde müssen bellen dürfen" auf den Markt. Diesmal wird"s wohl die eine musikalische Fortsetzung, bei der die Republik zusätzlich über vertrocknete Staatsanwältinnen ablachen kann. Schauen wir mal, wie viel Humor die Nachbarin am Ende des Prozesses hat, dann bellt es nicht nur, dann singt es auch! Christian Pantel
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