Schick sieht sie aus, wenn sie in ihre weißen Uniform über Deck läuft: Gerit Kling spielt in der ARD-Serie „Unter weißen Segeln" die Schiffstewardess des Viermasters „Starflyer", der für die Dreharbeiten im Mittelmeer kreuzte.
„Die nächste Folge wird dann in der Karibik und auf Cuba spielen", verrät Gerit Kling und freut sich, dass sie mit dieser Fernsehserie wieder reichlich von der Welt sehen kann, Die Schauspielerin reist gerne und genießt ihre Arbeit unter Palmen, vor allem im Winter!
„Aber damit keine falschen Vorstellungen entstehen: Ich werde nicht fürs Urlauben bezahlt!"
Tatsächlich ist der Job an Bord eines Segelschiffes recht anstrengend. Der Raum ist beengt, an der Logistik muss gefeilt und die Abläufe zwischen Fernseh- und Schiffscrew sorgfältig abgestimmt werden. Schließlich sind noch zahlende Gäste an Bord, die tatsächlich die Ferienreise ihres Lebens machen und die dürfen durch einen Fernsehdreh nicht gestört werden. Heißt auch für die Schauspieler: Rücksicht nehmen, immer zuvorkommend sein und ohne Zögern Autogramme verteilen. Für Gerit Kling kein Problem. Sie weiß, dass ihr Publikum wichtig ist und Freundlichkeit ist schließlich der entscheidende Aspekt der Rolle als Stewardess.
„Mir macht diese Rolle sehr viel Spaß", sagt die ehemalige „Rettungsfliegerin", „vor allem, wenn man an der Seite eines so professionellen und netten Kollegen wie Horst Janson spielen kann. Die „Saskia" ist witzig, geradlinig, selbstbewusst und steht an Deck ihren „Mann"."
Da braucht sich Gerit Kling nicht großartig zu verstellen! Diese Charaktereigenschaften treffen auch auf sie zu, und eine Schiffsreise war schon lange ihr Traum!
„Ich wollte schon als Kind auf einem Schiff um die Welt segeln", erinnert sie sich, „andere Kulturen, Menschen und Religionen kennen lernen. Das hat mich immer interessiert. Dass ich jetzt, in der Konstellation Arbeit und Reise, beides miteinander verbinden kann, ist natürlich umwerfend. So werden Kinderträume wahr!"
Insbesondere Griechenland bietet an Kultur einige Eindrücke. Wen wundert"s also, dass Gerit Kling in jedem drehfreien Moment an Land ging und fasziniert die antiken Stätten in Athen und Rhodos besuchte?
„Athen ist eine total verrückte Stadt in der Antike und Moderne aufeinander treffen", beschreibt Gerit Kling ihren Eindruck. „War schon toll, auf den Spuren der alten Griechen zu wandeln, aber genau so gerne habe ich Inselhopping und –shopping gemacht!"
„Mrs. Shopping Sensation", schmunzelten die Kollegen, wenn Gerit Kling abends an Deck die Schnäppchen des Tages vorzeigte. Sogar Ehemann Stefan Henning, der seine Frau als Schiffsgast auf dieser Arbeitsreise begleitete, lächelte noch, vermutlich weil Gerit Kling als selbstständige Frau ihr eigenes Geld verdient und nicht seine Kreditkarte benutzte!
„Man muss sich auch mal was gönnen, oder?", lacht die Schauspielerin, „außerdem braucht man Erinnerungen an schöne Zeiten!"
Das Privatleben haben Gerit Kling und ihr Mann bisher bestens organisiert. Stefan Henning ist Hals-Nasen-Ohrenarzt, der sich erst jetzt mit einer Praxis in Berlin - wo das Ehepaar, gemeinsam mit Schwester Anja und deren Mann und Kindern, ein Mehrfamilienhaus am Rande der Stadt bewohnt – niedergelassen hat. Bis dato konnte Stefan viele Arbeitsreisen seiner schauspielenden Frau mit machen, jetzt wird"s etwas enger.
„Ich freue mich, dass Stefan sich als Arzt etabliert hat", sagt Gerit Kling. „In diesem Beruf hat er natürlich einen sehr regelmäßigen Job, geht morgens aus dem Haus und ist abends wieder da. Das hat seine Vor- und Nachteile. Eindeutiger Vorteil ist, dass die Familie abgesichert ist. Schauspieler ist ja quasi ein Saisongeschäft. Totaler beruflicher Stress wechselt sich mit Phasen ab, in denen man sich fragt, ob man die nächste Miete zusammen bekommt. Das ist völlig normal. Somit ist man etwas entspannter, wenn wenigstens der Partner „von der Straße weg ist". Heutzutage in jedem Fall eine positive Lebenssituation, die man schätzen sollte. Manchmal ist es auch ganz gut, wenn man zeitweilig getrennt ist. Zu dem Vertrauen, das man grundsätzlich in einer guten Partnerschaft haben sollte, stellt sich außerdem auch Freude ein, wenn man den Partner nach den Dreharbeiten wieder sieht. Das hält eine Beziehung frisch. Der Nachteil ist natürlich, dass man knallhart organisieren muss, um den Alltag zu bewältigen."
Denn Sohnemann Leon ist jetzt acht Jahre alt und will von Mama und Papa auch was haben!
Papa bringt die Regelmäßigkeit ins Familienleben und, wenn Mama nicht dreht, kann sie sich auch mal einige Wochen am Stück um den Sohnemann kümmern.
„Unser Alltag sieht dann genauso wie bei jeder anderen Familie aus", erklärt Gerit Kling. „Wir frühstücken morgens gemeinsam und dann bringt einer von uns Leon zur Schule. Er besucht eine englische Schule, in der auch nachmittags noch Unterricht ist beziehungsweise Schularbeiten gemacht werden. Das gibt mir die Möglichkeit, mich um den Haushalt, die Einkäufe und die üblichen Alltagsaufgaben zu kümmern, während mein Mann auf der Arbeit ist. Und abends ist wieder Familienzeit."
Und wer kümmert sich um Leon in Zeiten von Dreharbeiten?
„Bei uns wird der Familiengedanke groß geschrieben", meint Gerit Kling. „Wir Klings haben schon immer Schulter an Schulter gestanden und uns gegenseitig unterstützt. Anja lebt im gleichen Haus und meine Mutter in unmittelbarer Nachbarschaft. Wann immer Not am Mann ist, springen wir untereinander ein. Sozusagen eine Großfamilie, in der sich alle um alle kümmern. Ich bin sehr glücklich mit dieser Lebenssituation."
Aber ab und zu braucht das Ehepaar Kling-Henning auch mal etwas Zeit für sich selbst. Dann ist traute Zweisamkeit angesagt, wie auf der Starclipper nach Drehschluss. Am drehfreien Tag bummeln die beiden, verliebt wie am ersten Tag, über die griechische Insel und plötzlich fängt Gerit an zu jubeln: Sie hat „Schubritza" auf dem Markt gefunden! Ein seltenes Gewürz, das die Schauspielerin noch aus Ex-DDR-Zeiten kennt und schon lange vermisst hat.
„Damit kann man ideal Salate würzen!", freut sie sich. „Für mich ist diese Entdeckung das absolute Highlight dieser Reise!"
Und in solchen Momenten erkennt man den wahren Charakter der Künstlerin: Auch wenn bei ihr, wie bei fast alle Frauen, gerne mal Shopping und Marken-Mode im Vordergrund stehen – die wirklichen Sensationen im Leben sind die Kleinigkeiten und ein glückliches Familienleben!
Christian Pantel
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