Seit acht Jahren sind die Schauspieler Nora von Collande und Herbert Herrmann liiert. „Ein schönes Paar“ hört man immer wieder bewundernd vom Publikum, das offensichtlich nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern auch die schauspielerischen Qualitäten schätzt. Alle Theateraufführungen sind durchgehend ausverkauft! Derzeit stehen sie mit „Hochzeitsreise“ in der Komödie am Kurfürstendamm auf den Brettern die die Welt bedeuten. Tatsächlich arbeiten und leben Nora und Herbert sehr glücklich zusammen und strahlen dieses Glück auch aus. Der Erfolg dieser harmonischen Beziehung liegt auch in der idealen Mischung aus Leidenschaft füreinander und Leidenschaft für den Beruf. Zum 69.Geburtstag schenkte Nora von Collande ihrem Lebensgefährten eine Italienreise, die das Paar unter anderem nach Mailand führte. Eine kleine Auszeit vor anstrengendem Berufsleben…
Frau Collande, Herr Herrmann, warum genießen Sie nicht die Zeit daheim und reisen bei Ihrem anstrengenden Berufsleben noch privat herum?
Herbert Herrmann: Das ist unser Hobby! Wann immer wir Zeit finden, machen wir eine kleine Städtereise und sammeln kulturelle Impressionen.
Nora von Collande: Und neben Theater- und Museumsbesuchen gehen wir ordentlich shoppen…Mailand ist die Stadt der Mode! Da gibt es reichlich Auswahl!
Sie haben sich auf den „Brettern, die die Welt bedeuten“ ineinander verliebt. Inwieweit bestimmt das Theater Ihre Beziehung?
Herbert Herrmann: Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun. Wir trennen ganz bewusst Beruf und Privatleben.
Nora von Collande: Wenn man so intensiv zusammen arbeitet, muss man auch einen beruflichen Schlussstrich am Feierabend ziehen.
Wie führt man denn eine harmonische Beziehung, wenn man fast nie voneinander getrennt ist?
Nora von Collande: Da kann ich nur eine Gegenfrage stellen: Wie führt man eine Schlechte, wenn man immer voneinander getrennt ist? Es gibt dafür keine Regel, entweder es klappt, oder vergiss es!
Herbert Herrmann: Eine harmonische Beziehung führt man, in dem man eine harmonische Beziehung hat! Wenn die Beziehung stimmt, dann ist das ununterbrochene Zusammensein doch das Erwünschte und man hängt sich nicht an Kleinigkeiten, die den Alltag belasten, auf.
Sind Sie manchmal unterschiedlicher Arbeitsauffassung und wer ist der Chef? Wer setzt sich durch?
Nora von Collande: Wenn Herbert Regie führt ist Herbert auch der Chef!
Herbert Herrmann: Bei uns gibt es keinen Chef! Wir haben selten unterschiedliche Meinungen.
Nora von Collande: Nur manchmal, aber das haben wir bestens im Griff! Das betrifft nicht nur mich als Schauspielerin, sondern unser ganzes Ensemble. Herbert ist da sehr kooperativ. Er sagt immer, dass wir unsere Ideen einbringen sollen und erkennt diese auch an, wenn sie besser als seine sind. Aber das ist kaum der Fall.
Wie sieht denn das Privatleben außerhalb des Theaters aus? Gibt es eins?
INFO FÜR PRINT-REDAKTIONEN ! |
Dieses Interview unterliegt dem Copyright "Pressebüro Pantel"! Gesamte oder auszugsweise Verwendung nur nach Rücksprache: 040.72730250 pantel@perfect4all.de |
Nora von Collande: Oh ja! Und wie! Natürlich machen wir nicht nur gemeinsame Reisen, wir „wohnen“ auch gerne. Wir genießen die Zeit zuhause sicherlich intensiver als viele andere Menschen und lieben auch unsere vier Wände daheim.
Herbert Herrmann: Und wir haben unzählige gemeinsame Hobbies: Kultur, Sport, Fitness, mit den Blades fahren oder Skilaufen und natürlich shoppen gehen´, wie Nora schon sagte!
Wie jetzt? Ein Mann, der gerne einlauft, auch wenn es nicht um die Kostüme für das nächste Stück geht?
Nora von Collande: Das kann man mit Herbert ausgezeichnet! Er findet Sachen für mich, ich für ihn, wir haben einen Höllenspaß beim Shoppen!
Was lieben Sie noch an Herbert?
Nora von Collande: Wie viele Seiten bekomme ich jetzt, um das alles aufzuzählen?
Und was, Herbert, lieben Sie an Nora?
Herbert Herrmann: Da brauche ich nicht viele Seiten, da genügt ein Wort: Alles!
Gibt es denn auch irgendetwas, was Sie an dem anderen stört?
Nora von Collande: Mit Herbert kann man einfach nicht streiten. Das geht einfach nicht!
Herbert Herrmann: Mich stört einfach nur, dass ich nicht noch mehr Zeit mit Nora verbringen kann, weil wir ja schon ununterbrochen zusammen sind!
Nora von Collande: Sehen Sie, streiten ist einfach unmöglich!
Wo verbringen Sie eigentlich ihr Privatleben, wo wohnen Sie, wenn Sie nicht gerade Mailand unsicher machen?
Herbert Herrmann: Wir wohnen auf Mallorca, in Grindelwald in der Schweiz und in Hamburg. Zwischen diesen Domizilen reisen wir hin und her. Wir haben uns überall gemütlich eingerichtet und je nach Zeit und Arbeitssituation wohnen wir hier oder dort.
Wer ist eigentlich für die Einrichtung bei Ihnen verantwortlich?
Nora von Collande: Das machen wir beide fifty-fifty gemeinsam. Wir haben einen sehr ähnlichen Geschmack und eine Innenarchitektin brauchen wir ganz bestimmt nicht!
Kommen wir zu Ihrem Ferienhäuschen auf Mallorca: Wie sind Sie dazu gekommen?
Herbert Herrmann: Das habe ich mir schon vor 17 Jahren gekauft. Ich habe damals mit Peter Weck gedreht und mich in die Insel verliebt…und auch deswegen dort das Ferienhäuschen gesucht und gefunden. Sooft es möglich ist, fliegen wir zwischendurch rüber und verbringen ein paar Tage in der Sonne.
Nora von Collande: Wir laden dort unsere Batterien wieder auf, machen Tagesausflüge, rollerbladen auf der Promenade, besuchen ein Weingut oder gehen gut essen. Das Schöne an dieser Insel ist, dass man immer wieder etwas Neues entdecken kann! Sie wird nie langweilig!
Hat sich Mallorca im Laufe der Zeit verändert?
Nora von Collande: Das kann ich nicht beurteilen, ich kenne Mallorca erst seit den letzten acht Jahren, in denen ich mit Herbert zusammen bin.
Dann, liebe Nora, bekommen Sie sozusagen auch die „Vergangenheit“ des Partners auf Mallorca aufs Brot geschmiert? Das Schlafzimmer von früher?
Nora von Collande: Herberts Vergangenheit ist für mich kein Problem. Ich habe schließlich auch eine! Und die hat, Gott sei Dank, jeder! Das macht doch den Menschen aus!
Wie sieht es eigentlich in punkto Eifersucht bei Ihnen aus? Sind Sie eifersüchtig?
Herbert Herrmann: Liebe ist einander zu lieben und Nora hat mir noch nie einen Grund gegeben eifersüchtig zu sein.
Nora von Collande: Wir haben bisher noch niemals eine eifersüchtige Situation gehabt. Rein theoretisch ist, nach meiner Meinung, Eifersucht in gesundem Maße vertretbar, aber Vertrauen ist besser. Man sollte dem Partner schon im Vorwege im positiven Sinne Sicherheit geben. Kleine Aufmerksamkeiten, Respekt, Zärtlichkeiten und ab und zu eine kleine Überraschung steigern das Vertrauen und man kommt um Eifersuchtssituationen blenden herum.
Die Leute sagen immer „Ein schönes Paar“, wenn sie Sie sehen. Wie empfinden Sie sich?
Herbert Herrmann: Wir sind eindeutig ein schönes Paar! Wir tun ja auch etwas dafür!
Sicherlich trägt auch unser gemeinsames Glück zu dieser Ansicht bei. Man strahlt das aus und wirkt somit wie ein „schönes Paar“. Wenn man flexibel bleibt, neugierig und interessiert ist, lebt man bewusster und glücklicher…und wirkt vielleicht deswegen etwas jünger.
Das tun Sie wirklich – haben Sie Probleme mit dem Älterwerden? Was machen Sie für ihr jugendliches Aussehen?
Nora von Collande: Das sind sicherlich zum einen die Gene, zum anderen unsere Aktivität. Wir treiben viel Sport und halten uns in Form. Probleme haben wir nicht, aber so richtig toll finde ich das Älterwerden nun auch nicht! Das Positive ist die Lebenserfahrung, die man dabei zunehmend sammelt.
Herbert Herrman: Jugendwahn ist etwas Schreckliches! Wir werden alle älter, also muss man davor auch keine Angst haben.
Was Ihnen jedoch durch Ihr spätes Glück nicht gegönnt war, sind gemeinsame Kinder. Bedauern Sie das oder genießen Sie Ihre Freiheit?
Nora von Collande: Gemeinsame Kinder sollten eben nicht sein. Wir haben ja die Kinder aus Herberts früheren Beziehungen!
Herbert Herrmann: Wenn wir uns vor 25 Jahren kennen gelernt hätten, hätten wir sicher ganz viele Kinder!
Nora von Collande: Und unabhängig sind wir in diesem Sinne auch nicht! Insbesondere beim Kleinen müssen wir uns nach den Schulferien und den Wochenenden richten, wenn wir etwas mit ihm unternehmen wollen. Wir halten einen sehr intensiven Kontakt zu den Kindern.
Gibt es denn noch Träume, die Sie verwirklichen wollen?
Nora von Collande: Wenn ich die jetzt verraten würde, dann wären es keine Träume mehr! Träume finden innen statt!
Herbert Herrmann (nimmt Nora in den Arm): Ich habe doch alles, was ich mir wünschen kann! Wovon sollte ich noch träumen?
13 Fragen an Herbert Herrmann: |
1. Herr Herrmann, Nora ist 52, Sie sind 69. Sind Sie eifersüchtig? Haben Sie Angst, sie könnte sich einen Jüngeren suchen?Herbert Herrmann: Überhaupt nicht! Ein jüngerer Mann ist doch keine Konkurrenz für mich! (Herbert Herrmann schmunzelt) Jünger als mich gibt es doch kaum! Ich bin 68! Außerdem gibt mir Nora nie Grund zur Eifersucht.
2. Sie beide kennen sich seit über 20 Jahren, haben sich aber erst 2002 verliebt. Warum so spät? Was war plötzlich anders? Herbert Herrmann: Es war eben noch nicht der richtige Zeitpunkt. Wir kannten uns zwar zuvor, doch wir waren beide in Beziehungen und haben unser Leben gelebt und unsere Erfahrungen in positiver und negativer Hinsicht gesammelt. Als wir uns dann 2002 wieder trafen, waren wir beide beziehungstechnisch in einigermaßen „desolatem Zustand“. In dieser Situation hat es kräftig zwischen uns gefunkt. 3. Was macht eine späte Liebe aus? Was ist anders als mit 20 oder 30? Herbert Herrmann: In erster Linie die Tatsache, dass man die Erfahrungen und die gemachten Fehler aus früheren Beziehungen einbringt und kennt. Niemand ist fehlerfrei und auch jetzt machen wir Fehler, wir haben aber gelernt damit umzugehen. Wenn man in seinem Leben Schmerzen erfahren und empfunden hat, dann ist man in der Lage, die dafür ursächlichen Fehler zu erkennen und zu vermeiden. Natürlich haben wir auch schöne Erfahrungen in früheren Beziehungen gemacht. Ich glaube, dass diese „Sammlung von Erfahrungen“ einer späteren Liebe mehr Verantwortlichkeit und Qualität gibt. 4. Sie haben Nora 2005 einen Heiratsantrag gemacht? Warum sind sie noch nicht verheiratet? Angst vor einer erneuten, festen Bindung, Sie sind schließlich beide geschieden? Herbert Herrmann: Ich mache Nora jeden Tag einen Heiratsantrag! Dass wir noch nicht verheiratet sind, hat aber nichts mit Bindungsängsten zu tun. Mehr „verheiratet“ als wir kann man eigentlich gar nicht sein. Wir leben, lieben und arbeiten 24 Stunden am Tag zusammen. Und zwar freiwillig, weil wir es wirklich wollen! Das klingt jetzt etwas kitschig, aber das ist wirklich so! Wir werden auch bestimmt heiraten, nur hatten wir bisher nicht die Zeit, es im richtigen Rahmen zu machen. Unser Hochzeit wird nicht „zwischendurch erledigt“! 5. Sie sagen: "Ich habe guten Kontakt zu meinen Ex-Frauen" (Frau im Spiegel). Stört das Nora nicht? Herbert Herrmann: Der gute Kontakt zu meinen Ex-Frauen ist erst durch Nora möglich geworden. Sie hat entscheidend dazu beigetragen, dass der Kontakt überhaupt spannungslos möglich ist. Durch ihre Hilfe ist der Stress, der automatisch nach einer Trennung entsteht, vorbei. Das ist doch auch fürs Kind wichtig, dass sich die leiblichen Eltern gut verstehen. Es ist also genau das Gegenteil: Nora stört das nicht, sie hat den Kontakt unterstützt. 6. Sie sehen so unheimlich jung und sexy aus. man kann nicht glauben, dass Sie 68 sein sollen, eher 45. Mal Hand aufs Herz: Sind es die Frauen, die Sie so jung halten? Alle 7 Jahre eine andere, wird nie langweilig? Verraten Sie uns alles! Viel Sex? Viel Sport? Positives Denken? Gesunde Ernährung? Herbert Herrmann: Na, das ist ja jetzt eine Frechheit! Alle sieben Jahre eine andere stimmt doch gar nicht! Mit Susanne zum Beispiel, war ich 14 Jahre zusammen. Aber danke für das Kompliment! Meine Ernährung ist normal, ich esse alles, worauf ich Appetit habe, wir machen gerne und viel Sport, und der Rest geht Sie nichts an! Sport ist für Nora und mich sehr wichtig und es ist gut, wenn man einen sportlichen Partner hat. Wir fahren Rollerblades und gehen ins Fitnessstudio, darin sehe ich eher den Grund für einen guten Körper.
7. Sie sind ein absoluter Frauentyp. Womit machen Sie die Frauen schwach? Herbert Herrmann: Keine Ahnung! Da muss man wohl eher Nora fragen! Ich denke, es hat etwas mit positivem Charisma, freundlicher Ausstrahlung, Höflichkeit und Respekt zu tun. Ich habe da keinen Trick. 8. Wollen Sie irgendwann in Rente gehen, oder auf der Bühne sterben? Herbert Herrmann: Ich bin doch schon offiziell in Rente mit 68! Und ich bin stolz auf mein Alter. Wenn man in Rente ist, muss das ja nicht heißen, dass man nichts mehr tut. Mir macht meine Arbeit Spaß, und ich denke gar nicht darüber nach. Aber wir wollen natürlich auch Freizeit haben und viel zusammen unternehmen, zum Beispiel gemeinsame Reisen mit meiner Schwiegerfreundin (Nora's Mutter) und meinen Kindern. Da gibt es schließlich auch noch ein Privatleben. Aufhören werde ich in nächster Zeit mit der Arbeit bestimmt nicht. Zum einen macht uns unsere Zusammenarbeit Spaß, zum zweiten muss auch ein bisschen Kohle reinkommen. Schließlich möchte ich, dass es meinen Kindern gut geht, und sie eine anständige Ausbildung bekommen. Und zu Ihrer Frage: Ich möchte NICHT auf der Bühne sterben. Das ist kein guter Abgang! 9.Haben Sie Angst vor dem Tod? Herbert Herrmann: Ich denke nicht wirklich daran und darüber nach. Wenn's soweit ist, melde ich mich bei Ihnen. 10.Ihre Definition von Liebe? Herbert Herrmann: Liebe ist das Schönste auf der Welt! Sie ist das Leben, sie ist eine Umarmung, sie ist die Vielfalt die man sieht und die man ausleben und teilen kann. 11.Ihre Lebensdevise? Herbert Herrmann: Ich möchte einfach höflich und respektvoll mit meinen Mitmenschen umgehen. Ich habe nie geknausert und Nora ist genauso. Meine Lebensdevise und –erfahrung ist: Alles was man gibt bekommt man doppelt und dreifach mit Respekt zurück! 12.Können Sie sich vorstellen, dass sie sich noch mal in eine 30 Jährige verlieben? Herbert Herrmann: Dämliche Frage! Nora ist genau diese Vielfalt, die ich immer gesucht und die ich jetzt endlich gefunden habe. Ich bin gar nicht offen für ein Verlieben. Ich wäre doch ein völliger Idiot, wenn ich das nur ansatzweise in Erwägung ziehen würde! 13. Sind Sie eitel? Wie lange brauchen Sie morgens im Badezimmer? Herbert Herrmann: Natürlich bin ich eitel, und ich gehe nicht nur morgens ins Badezimmer. Vielen Dank für dieses Interview! |