Soweit das Auge Blick nichts als Müll, Gestank und Elend. Dazwischen unzählige Kinder, die im Müll wühlen auf der Suche nach Essensresten sowie Plastik-, Eisen- und Kupferresten, die sie für ein paar Cent verkaufen können. Nur so können sie überleben. Noch unglaublicher: Rund 10.000 Menschen leben dort, auf den riesigen Müllhalden von Manila, der Hauptstadt der Philippinen. Davon sind die Hälfte Kinder. Schlichte Blechhütten oder einfach nur ein kleiner Wall aus Müll dienen als Behausung.
Bereits im September berichtete „Explosiv“ mit Janine Steeger von den Müllkindern aus Manila. Eine Welle der Hilfsbereitschaft erreichte daraufhin die Redaktion. Janine Steeger: „Wir haben dann spontan beschlossen, diese Hilfe im Sinne der Kinder zu nutzen und einen Kooperationspartner gefunden.“ Gemeinsam mit der Deutschen Oenophilogen Gesellschaft aus Oberhausen, die sich bereits seit Jahren für die Müllkinder einsetzt, wurde eine Spendenhotline aufgerufen. In der vergangenen Woche konnte Janine Steeger mit dem „Explosiv“-Team dann über 102.000 Euro, so wie unzählige Sachspenden dem betreuenden Pater vor Ort überbringen. Pater Ben: „Jetzt können wir hier endlich eine Schule errichten und den Kindern so einen Ausweg aus dem Leben im Müll ermöglichen.“ Und der Pater hat da eine ganz besondere Idee: Geplant ist eine Schule auf zwei Etagen, in der im Obergeschoss gelernt und im Untergeschoss Müll sortiert wird, der aber schon gereinigt ist. Das Geld, das so verdient wird, wird unter den Kindern aufgeteilt, damit auch ausreichend Zeit zum Lernen bleibt. Für die Kinder, der einzige Ausweg aus dem Elend, denn die Regierung zeigt sich hilflos und lässt lediglich Mauern um die Müllberge errichten. Janine Steeger: Es ist absolut schockierend, wie nah hier absolute Armut und Luxus beieinander liegen. Die Regierung verdrängt schlichtweg das Problem.“
Unfassbare 15 Millionen Menschen leben in der Metropole Manila. Nur wenige Meter trennen das Luxusviertel vom Ghetto. Rund 2000 Tonnen Abfall werden hier pro Tag im Minutentakt von den LKWs abgeladen. Und die Wirtschaftskrise hat auch die Ärmsten der Armen erreicht. Die Müllpreise sind um fast 80 Prozent gefallen. Für ein Kilo Plastik gibt es gerade noch 5 Cent, für Kupfer dagegen 1 Euro. Daher brennen die Kinder auch bei 40 Grad Celsius alle Elektrokabel nieder. Dass der Qualm giftig ist, stört dabei niemanden – auch wenn immer wieder Kinder im Kampf ums Überleben ihr Leben lassen. Janine Steeger: „Die riesige Müllhalde heißt daher auch ‚Smokey Mountain’. Generell ist es unvorstellbar, wie Menschen in diesem Gestank, zwischen Müll, Tierkadavern und unzähligen Fliegen überleben können. Das zerreißt einem wirklich das Herz.“
Die neue Schule ist daher für die Kinder mehr als nur ein Stück Hoffnung. Sie wollen raus aus dem Müll. Und einer der ihnen dabei hilft, ist Pater Ben, der jetzt mit den Spenden die langersehnte Schule für rund 1000 Kinder bauen kann und sie damit ihrem Traum ein wenig näher bringt: Ein ganz normales Leben irgendwo in Manila, fernab von Dosen, Gläsern und Essensresten.
Zur Fotostrecke "Janine Steeger Homestory"
RTL-Zuschauer sammelten über 100.000 Euro für die Müllkinder in Manila – Janine Steeger überbrachte die Spende vor Ort / untenstehende Fotos können über RTL-Presse Heike Schultz geordert werden!