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Privatbesuch bei Jürgen Drews und Familie auf MallorcaDer Megapark buchte den „König von Mallorca“ Jürgen Drews. Er wechselte nach fast 30 Jahren von der kleinen Keller-Kult-Bar „Oberbayern“ in die „MegArena“, wo er jetzt vor 3000 Leuten auftritt. Der Sänger sieht diesen Wechsel für seine berufliche Karriere sehr positiv, doch ein weinendes Auge ist auch dabei…
Herr Drews, Sie haben seit sehr langer Zeit wöchentlich im verhältnismäßig kleinen Oberbayern Ihre Party gefeiert. Nun sind Sie schon seit zwei Jahren auf der großen Bühne im Megapark? Jürgen Drews: So überraschend war das nicht! Die Anfragen kamen schon vorher. Ich habe auch wirklich ein bisschen schlechtes Gewissen dem Oberbayern gegenüber. Aber in meinem Megapark-Vertrag steht extra drin, dass ich auch zukünftig für Auftritte im Oberbayern zur Verfügung stehen darf. Warum überhaupt der Wechsel?
Wie sieht denn jetzt der typische Jürgen-Drews-Fan aus? Jürgen Drews: Natürlich gibt es auch noch das klassische Partyvolk, aber kürzlich war ein ganzer Abiturjahrgang mit „Abi 2010“ T-Shirts da. Die Kids wollen nicht betrunken rumlallen, die wollen Party. Da mache ich auch mal Stagediving, lasse ich mich von der Bühne ins Publikum fallen und werde von Händen aufgefangen und das in meinem gesegneten Alter! Das hat nichts mit Deutschem Schlager und Alkohol zu tun, das ist Party pur. Ich habe schließlich die gesamte Entwicklung vom Ballermann miterlebt, da bricht jetzt auch eine neue Zeit an, bei der man mitgehen muss und die als sehr positiv empfinde!
Jürgen Drews: 1999 hat Thomas Gottschalk bei „Wetten dass…“ auf Mallorca Costa Cordalis und mich als Überraschungsgäste gehabt und nannte uns die „Könige von Mallorca“. Das war die Initialzündung. Daraus entwickelte sich sozusagen ein „Label“, eine „Trademark“. Es kursierte das Gerücht, dass Kollege Bernhard Brink, der mit Ihnen zusammen vom Oberbayern in den Megapark wechselte, von einer mallorquinischen Discjockey-Kommission zum neuen „König von Mallorca“ gekrönt wurde. Wissen Sie davon? Jürgen Drews: Höre ich zum ersten Mal! Bernhard ist ein guter Kollege und gemeinsam mit Isabell Varell und Thommy Steiner, mit denen ich im selben Management bin, wechselten wir im Paket. Bernhard soll mal die Kirche im Dorf lassen. Er ist für den poppigen Schlager zuständig, ich bin der Partymann. Wir stehen uns da überhaupt nicht im Weg. Aber ich gebe gerne meine Krone ab, wenn das Partyvolk es wünscht, doch vor Bernhard Brink wären ja wohl erstmal DJ Ötzi oder Micky Krause oder Markus Becker dran! Und Sie machen beides: poppigen Schlager- und Party …
Wie heißt Ihr aktueller Song? Jürgen Drews: „Über uns ist nur der Himmel“ und er wird Ende Juli auf dem Markt erscheinen. Sie selbst trinken auch keinen Alkohol? Jürgen Drews: Niemals Alkohol, niemals Drogen! Und ich kann trotzdem feiern wie ein Bekloppter! Langsam spricht sich das herum und das Ballermann-Image von Jürgen Drews verändert sich genau wie der Ballermann. Wenn junge Leute von heute tagsüber Sommer, Sonne, Wind genießen und abends weggehen und vielleicht einen Cocktail trinken, dann erwarten sie auch einen nüchternen Entertainer. Ich bin derjenige der sagt „lasst uns ein bisschen Radio Gaga machen“, ich war noch nie derjenige der sagt „saufen bis zum Abwinken“. Auch durch das Megapark-Ambiente spricht sich das langsam herum und ich bin sogar bei der NDR-Talkshow akkreditiert. Wäre vorher undenkbar gewesen! Mit dem Imagewechsel kommt auch mehr musikalische Akzeptanz, was mich natürlich sehr freut!
Jürgen Drews: Ich höre alles, auch Hip Hop, Rock und Klassik. Es muss nur gute Musik sein! Sie leben in der Sommersaison auch auf Mallorca? Jürgen Drews: Wir haben in Santa Ponca seit acht Jahren ein Haus und hatten das ursprünglich einmal vor. Doch unsere Tochter Joelina (14) möchte lieber in Deutschland leben und somit ist unser Haus auf Mallorca unser Feriendomizil. Ich fliege einmal wöchentlich zu meinen Auftritten und im Haus mache ich mit meiner Familie dann in den Schulferien Urlaub. Bei Ihrer hübschen Tochter stehen bestimmt die „röhrenden Hirsche“ vor der Tür… wie gehen Sie als Vater damit um?
Man hat manchmal den Eindruck, dass zwei Seelen in Ihrer Brust leben. Joelina ist ein wohlerzogenes, offenes Mädchen. Eine „bürgerliche Erziehung“ mit „ordentlichen Werten“? Jürgen Drews: Joelina hat Ramonas und meine Gene. Wir werden da oftmals falsch eingeschätzt. Auf der Bühne bin ich ein bellender Hund, privat ein sehr wertebewusster und ordentlicher Mensch. Auch Ramona ist eher zurückhaltend. Hinzu kommt, das Joelina nicht nur „Tochter“, sondern auch „Freundin“ für uns ist. Wir nehmen sie ernst, wir reden mit ihr und verstärken sie in ihrer eigenen Meinung. Das Ergebnis ist ein intelligentes, selbstbewusstes und offenes Mädchen, das jedem aufrichtig ins Gesicht schauen kann.
Jürgen Drews: Sie ist sehr musikalisch und hat eine ausgezeichnete Stimme, aber sie wird garantiert nicht in meine Fußstapfen treten. Sie mag weder Schlager noch Party, sie steht auf gepflegte Pop-Musik, wie die meisten Mädchen ihres Alters. Singen ist ihre Leidenschaft und auch wenn es kein Schlager ist ich unterstütze sie darin. Was würden Sie denn sagen, wenn später einmal Joelina am Ballermann Urlaub macht? Jürgen Drews: Das würde sie nicht machen. Sie steht nicht auf Party und findet ganz andere Musik abgefahren. Aber wenn sie wirklich will, kann sie das gerne tun. Ich habe damit absolut kein Problem! Arenal hat sich zum Positiven verändert. Hört sich ja richtig artig an…. Jürgen Drews: Na ja, die Bikini-Oberteile fliegen schon noch auf die Bühne! Und Ehefrau Ramona ist nicht eifersüchtig? Jürgen Drews: Wenn man sich liebt, ist man immer ein bisschen eifersüchtig. Ich gebe zu, dass ich gerne in fremde Ausschnitte gucke und weibliche Brüste interessant finde, aber sie weiß, dass ich absolut treu bin. Ramona ist der Chef im Ring! Sie hat also alles unter Kontrolle?
Und als Belohnung gehen Sie mit ihr shoppen und tragen die Tüten? Jürgen Drews: Wer sagt so was? Ich bin absolut kein Tütenträger! Ramona kann durchaus alleine einkaufen. Aber ein kleiner Tipp: es gibt sehr schöne Geschäfte in Arenal! Haben Sie noch weitere Tipps auf Mallorca? Jürgen Drews: Wer den Ballermann kennt, hat gerade mal zwei Prozent der Insel gesehen. Mitreden kann man vielleicht nach einer Woche Rundreise. Es gibt traumhafte Berglandschaften, wunderschöne Steilküsten und man findet von karibischem Flair über einfache Dörfer bis hin zu Schicki-Micki einfach alles. Wenn wir privat unterwegs sind und mal gut essen wollen, gehen wir sehr gerne in „12 Apostel“ in El Arenal oder fahren nach Valdemossa ins Fischrestaurant am Hafen. Und was sind Ihre kommenden Pläne? Jürgen Drews (lachend): Na mindestens zwanzigtausend Hits schreiben, damit ich Bernhard Brink schlage und der nicht König von Mallorca wird! Vielen Dank für dieses Interview! |
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