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Die Landarzt-Schauspielerin Karina Thayenthal im Interview zum Ausstieg aus der Serie und ihrer privaten und beruflichen ZukunftZehn Jahre lang war Karina Thayenthal die weibliche Hauptrolle in der Erfolgsserie „Der Landarzt“. Als Filmehefrau des Landarztes machte sie wohl alle Höhen und Tiefen durch, die man auf dem Bildschirm erleben kann und spielte sich in die Herzen einer großen Fangemeinde. Derzeit sieht man Karina Thayenthal noch im TV, doch die nächsten Folgen werden ohne sie stattfinden. Wie ihr „Leben nach dem Landarzt“ privat und beruflich aussehen wird, erzählt die Schauspielerin beim Besuch in ihrem Haus bei Hamburg im Interview… Frau Thayenthal, warum haben Sie als „Ehefrau“ beim Landarzt aufgehört?
Karina Thayenthal: Zehn Jahre sind eine lange Zeit und diese Figur hat alles erzählt, was erzählt werden kann. Es wurde geliebt, ich bekam ein Kind, wir haben uns gegenseitig betrogen…es ist einfach alles passiert, was in einer Fernseh-Ehe passieren kann. War es Ihre Entscheidung zu kündigen? Karina Thayenthal: Es war eine gemeinsame Entscheidung mit der Fernsehproduktion. „Auf zu neuen Ufern“ war das Motto und beide Seiten haben sich einvernehmlich und dementsprechend wohlwollend getrennt.
Karina Thayenthal: Ich habe gerade bei „Freunde fürs Leben“ eine Gastrolle gespielt und es ist einiges im Gespräch. Ich bin gespannt, was sich realisieren wird. Außerdem mache ich seit neun Jahren immer wieder Theaterregie und habe gerade in Stuttgart „Sinn und Sinnlichkeit“ inszeniert. Ich bleibe also dem schauspielerischen Metier in jedem Falle treu. Das hört sich aber nicht unbedingt nach „neuen Ufern“ an! Karina Thayenthal: Ich werde meinen Beruf nicht aufgeben! Aber es entwickeln sich aus ihm auch neue Perspektiven. Zum Beispiel betreibe ich seit einem Jahr, gemeinsam mit meinem Mann Peter, eine Möbelfirma für exklusive Designermöbel aus Theaterkulissen. Wie sind Sie denn darauf gekommen? Karina Thayenthal: Sowohl Peter als auch ich sind leidenschaftliche Theaterfans. Wir bewunderten immer wieder die tollen Bühnenbilder, die aus hochwertigen Materialien gebaut werden und stellten fest, dass die Theater sie kostspielig entsorgen. An der Stelle setzten wir an: Wir übernehmen Teile der alten Bühnenbilder, die dann von uns zu exklusiven und ergonomischen Möbelstücken umgearbeitet werden. Somit kann man bei uns eine einzigartige Sitzgruppe erwerben, auf der Hamlet gespielt wurde! Eine Art „Kulturrecycling“!
Karina Thayenthal: Die handwerklichen Tätigkeiten übernimmt mein Mann Peter gemeinsam mit einer bekannten Möbeltischlerei, ich beteilige mich eher am kreativen Prozess. Er ist schon sehr lange handwerklich tätig, renovierte zum Beispiel Häuser und weiß genau, wie man meisterhaft gefertigte Möbel und Inneneinrichtungen herstellt. Ist ihr Ehemann Peter nicht ursprünglich auch Schauspieler gewesen? Karina Thayenthal: Peter hat viele Berufe! Er hat eine Schauspielausbildung, ein Jura- und Pharmaziestudium, ist gelernter Kaufmann, Fitnesstrainer und baut „nebenbei“ seit zwanzig Jahren Möbel. Dann sind auch die individuellen Möbelstücke in Ihrem Haus von ihm entworfen? Karina Thayenthal: Zumindest die meisten Stücke wie Bett, Esstisch, Schrank, Küche und Waschtisch. Er ist da sehr kreativ und fleißig gewesen! Die Möbel passen stilistisch auch sehr gut zu Ihrem individuellen Blockhaus. Wie haben Sie dieses wunderschöne Haus hier im Norden gefunden? Ein ungewöhnlicher Baustil für das Hamburger Umland…
Sie kommen aus Tirol? Karina Thayenthal: Sowohl Peter als auch ich sind jeweils zur Hälfte Schweizer und Österreicher, wir haben beide Staatsangehörigkeiten und immer noch die Sehnsucht nach den Bergen, die wir zugegebenermaßen in Hamburg etwas vermissen. Daher auch Ihre Naturverbundenheit? Karina Thayenthal: Vielleicht hat es ein mit unserer Heimat zu tun, aber wir sind beide schon von je her sehr naturverbundene Menschen, treiben Sport, spielen Tennis, fahren Fahrrad und lieben unseren romantischen verwilderten Garten. Gibt es in der Familie Thayenthal-Rey eine Rollenverteilung? Wer macht den Haushalt? Karina Thayenthal: Die klassische Rollenverteilung haben wir nicht, allerdings ist Peter, wie schon gesagt, für das Handwerkliche zuständig. Insbesondere in Sachen „Auto“ hat er die Verantwortung voll übernommen, weil ich davon absolut nichts verstehe. Ansonsten ergänzen wir uns beide in allen Bereichen. Peter kocht hervorragend und hilft auch beim Putzen. Wir teilen das nach Bedarf und so wie es beruflich notwendig ist. Wenn einer im beruflichen Stress ist, dann springt der andere, der weniger zu tun hat, eben ein und stärkt dem Partner den Rücken. Wenn Peter eine Möbelausstellung hat, übernehme ich das Ganze. Wenn ich eine Regiearbeit mache, ist er verantwortlich. Das hält sich bei uns die Waage.
Karina Thayenthal: Da ziehen wir grundsätzlich schon am selben Strang. Ein Ausspielen der Elternzuneigung gibt es bei Pamina nicht, obwohl die kleine Maus ganz genau weiß, bei wem sie was erreichen kann. Am liebsten geht sie mit Papa shoppen, weil sie da garantiert ein Kleidchen mehr abstaubt als bei mir. Ihre Eltern sind Schauspieler, wie dosieren Sie bei einer Sechsjährigen das Fernsehprogramm? Karina Thayenthal: Fernsehen ist bei uns irgendwie kein wirkliches Thema, weil wir selbst wenig vor dem Fernseher sitzen. Ab und zu wird eine DVD gespielt und ein gemeinsamer Kinonachmittag gemacht. Wir haben es immer vermieden, dass Pamina vor dem Fernseher abhängt und damit Langeweile vermeidet. Natürlich darf sie auch mal einen altersgemäßen Film allein sehen, aber wir achten darauf, dass es nicht zuviel wird. Probleme haben wir bis jetzt damit nie gehabt, Eltern sollten vorleben, was sie von ihren Kindern verlangen. Warten wir mal ab, was jetzt passiert …sie ist gerade in die Schule gekommen. Sie haben schon zwei erwachsene Töchter, Anna (25) und Judith (21). Warum haben Sie noch mal „nachgelegt“? Eigentlich sind Mütter doch froh, wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind und genießen dann die Zeit für sich…
Wobei Sie nicht so aussehen! Sie sind 44 und wirken wesentlich jünger! Haben Sie besondere Tricks oder Tipps? Karina Thayenthal: Ich glaube, dass jugendliches Aussehen einfach auch ein bisschen Glück und Veranlagung ist. Natürlich prägt einen auch die Lebenseinstellung. Man muss die kleinen Dinge zu schätzen wissen und positiv denken, dann macht sich das Alter weniger bemerkbar. Ihr Mann ist sechs Jahre jünger als Sie. Stehen Sie in Konkurrenz zu anderen Frauen?
Seit wann sind Sie verheiratet? Karina Thayenthal: Wir sind seit acht Jahren zusammen und seit vier Jahren verheiratet. Unsere Hochzeit zeigte einfach das Gefühl, dass zwischen uns alles passt. Wir wollten auch nach außen transportieren, wie es sich innen anfühlt. Sie sind beide Schweiz-Österreicher, vielleicht ist das das Geheimnis Ihrer harmonischen Beziehung? Karina Thayenthal: Das ist eher ein lustiger Zufall! Wir haben uns in Deutschland kennen gelernt und beide Hochdeutsch gesprochen. Wir wussten überhaupt nichts von unserer heimatlichen Parallele. Das kam erst viel später heraus und wir haben beide unseren Spaß daran gehabt! Könnten Sie sich vorstellen, dass Sie Deutschland auch wieder verlassen und nach Österreich und in die Schweiz zurückkehren? Schließlich lieben Sie doch so sehr die Berge… Karina Thayenthal: Das kann ich derzeit wirklich nicht sagen. Unsere Möbelfirma ist in Deutschland im Aufbau und wir werden sehen, wo es hingeht. Da bestehen keine Pläne, außer dass die Schweiz und Österreich unsere liebsten Urlaubsziele sind! Vielen Dank für dieses Interview! |
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