Wie die nz-online berichtet, sind Affen auch bereit für einen Blick auf ein weibliches Hinterteil oder auf einen dominanten Artgenossen zu bezahlen.
Es geht dabei aber weniger um Affenpornografie als darum, wertvolle soziale Informationen zu erhalten, berichten US-Forscher im Fachblatt «Current Biology». Um sich Bilder von unterlegenen und somit uninteressanten Artgenossen anzuschauen, mussten die Wissenschaftler die Affen regelrecht bestechen.
Robert Deaner und seine Mitarbeiter von Duke Universität in Durham stellten die Affen in
ihren Experimenten vor die Wahl: Sie hatten die Möglichkeit, entweder einfach ein großes Glas Kirschsaft zu nehmen oder – für eine geringere Menge Saft – ein Bild von ihren Artgenossen betrachten zu können. Indem sie die Saftmenge variierten, konnten die Forscher herausfinden, was die Affen für die jeweiligen Bilder zu zahlen bereit sind.
Nahezu alle Männchen brachten für den Anblick weiblicher Hinterteile ein «Saft-Opfer». In der Natur macht dieses Verhalten durchaus Sinn, erläutern die Forscher. Denn an den Hinterteilen lässt sich ablesen, welche Weibchen gerade empfänglich sind. Auch für die Gesichter dominanter männlicher Artgenossen waren die Affen bereit, auf einen Teil ihrer Saftration zu verzichten. In der Wildnis beobachten Affen das Verhalten ihrer Anführer, um daraus wichtige Informationen für das eigene Verhalten abzuleiten.
Ganz anders verhielten sich die Affen bei solchen Artgenossen, die in der Rangordnung weiter unten stehen: hier mussten die Forscher die Affen mit größeren Saftmengen bestechen, damit sie einen Blick auf die Bilder warfen.
Deaner und seine Mitarbeiter glauben, dass das Verhalten der Affen auch eine Erklärung für das menschliche Interesse an Informationen aus der Welt der «Schönen, Reichen und Berühmten» liefern könnte. Möglicherweise sei es eine Art evolutionäres Erbe, und noch heute hätten die Leute das Gefühl, dass solche Informationen von irgendeinem Wert für sie wären!