Die ehemalige Eiskunstläuferin Marika Kilius im Interview

Unfassbar aber wahr: Marika Kilius (66) sieht zwanzig Jahre jünger aus und bewegt sich, wie eine 30jährige! Mit gekonnter Pirouette bringt sie ihren Enkeltöchtern Lola (9) und Lilly (5) ein paar Rollschuhtricks bei. Für die Eislaufweltmeisterin noch heute eine leichte Übung! Sie hat sich ihre Jugendlichkeit bewahrt und andere Menschen fragen sich, wie man so etwas macht …

Frau Kilius, man redet zwar nicht über das Alter einer Dame, doch in Ihrem Fall muss die Frage ausnahmsweise erlaubt sein: wie machen Sie das, mit 66 Jahren noch so unverschämt jung auszusehen?

MK: Herzlichen Dank für das Kompliment, aber mit 66 Jahren fängt das Leben doch erst an! Das hat uns allen doch schon Udo Jürgens beigebracht! Es ist natürlich auch ein bisschen Glück, die Gene eben…und vielleicht der frühere Leistungssport. Der nützt allerdings nur etwas für das Aussehen, wenn man in Bewegung bleibt. Nicht nur körperlich, auch die Lebenseinstellung muss beweglich bleiben. Wenn die nicht stimmt, macht das gebrechlich. Und dann, für uns Frauen natürlich, noch ein wenig gute Kosmetik für die Problemzonen … das hält zusätzlich jung und trägt zum Wohlbefinden bei!
Sie haben eine eigene Kosmetiklinie mit dem Namen „Beauty on Ice – Gold“ heraus gebracht. Benutzen Sie Ihre eigene Kosmetik?

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MK: Na klar! Aus diesem Grund bin ich ja schon in den 60ern auf die Idee eines eigenen Kosmetikprodukts gekommen. Ich war immer sehr pingelig und fand nie die richtige Creme. Bei unseren Auftritten schwitzten wir unter unserer Maske und ich wollte zur Erholung der Haut nicht nur eine Feuchtigkeitscreme haben, sondern auch eine mit guten Fetten. So etwas gab es auf dem Markt nicht. Außerdem hatte meine Mutter ein Hutgeschäft und mein Vater ein Friseursalon. Da wurde mir Kreativität in die Wiege gelegt. Es hat zehn Jahre Entwicklungsarbeit gekostet und im letzten Jahr haben wir das Rezept nochmals modernisiert.

Was macht Ihre Kosmetik so besonders?

MK: Abgesehen von der perfekten Abstimmung zwischen Feuchtigkeit und Fett, ist der Anteil metallischen Goldes wichtig. Schon die alten Alchemisten brachten Licht und Gold in Verbindung, Gold trägt ebenfalls zur Zellerneuerung bei.

Und wo kann man „Beauty on Ice“ kaufen?

MK: Das Produkt wird ausschließlich über Arztzentren vertrieben, beispielsweise in Dr. Sattlers Rosenparkklinik in Darmstadt oder man bestellt direkt beim Vertrieb Dalton Medical in Mainz.

Zumindest fällt das Älterwerden damit leichter! Haben Sie ein Problem mit dem Alter?

MK: Mit diesem Thema beschäftige ich mich absolut nicht! Ich habe höchstens mal das Problem, in Kleidergröße 36 hinein zu kommen, wenn ich mir ein Kleid aus der Laufstegkollektion meiner Freundin und Modedesignerin Ella Singh für einen Ball ausleihen möchte. Da geht es mir wie allen anderen …vorher nichts essen und auf dem Ball dann auch nicht! Im Übrigen halten mich meine Enkeltöchter auf Trab!

Die auch gerne von Ihnen geschminkt werden…

MK: Ja, das lieben sie! Aber wehe, ich will ihnen auf den Rollschuhen ein paar klassische
Figuren beibringen. Da hören sie sowieso nicht zu und wissen sie alles besser als die Oma! Nur am Laptop lassen sie sich von mir den Ablauf erklären….

Die typische Oma sind Sie ja eher nicht…sehen Sie Ihre Enkelkinder regelmäßig?

MK: Meine Tochter Melanie (44) ist voll berufstätig und ich helfe aus, wenn es nötig ist. Ich war heute gerade bei Ella Singh als das Telefon klingelte und Lola anrief: „Die Ballettschuhe sind weg!“ heulte sie verzweifelt und ich musste alles stehen und liegen lassen, um mit ihr schnell neue Schuhe zu kaufen, die sie für die Tanzschule brauchte.  Shoppen ist sowieso unsere Lieblingsbeschäftigung. Kleidung, Videospiele und manchmal auch ins Kino. Dafür bin ich bestens geeignet, aber wehe es geht um die Schularbeiten! Da werden plötzlich Diskussionen geführt….könnte mich wegschmeißen! Keine fünf Minuten Langeweile mit den beiden. Ich habe gar keine Chance zum Älterwerden! Aber natürlich werden diese Zeiten auch weniger, die Kinder werden größer, haben Schule und ihre Freunde und gehen mit zunehmenden Jahren eigener Wege. Das ist auch gut so.

Dann haben Sie mehr Zeit für sich und Ihren Lebensgefährten George … wie läuft es in partnerschaftlicher Hinsicht?

MK: Wunderbar! George ist Schweizer und wir freuen uns aufeinander, auch wenn wir nicht zusammen leben. Er hat seine Kosmetikschule in der Schweiz, ich wohne in Frankfurt und diese Lebensform gefällt uns beiden.

Eine Wochenendbeziehung?

MK: Eine Beziehung auf räumliche Distanz, aber mit sehr viel Herzenswärme und Seelenverwandtschaft…und beruflich haben wir auch andauernd Anknüpfungspunkte. Ich habe ihn ja über die Kosmetik kennen gelernt. Wir sind mit dieser Partnerschaftsform absolut glücklich.

Sie machen auch einen glücklichen und ausgeglichenen Eindruck. Was würden Sie Frauen Ihres Alters empfehlen? Gibt es ein Rezept fürs Glücklichsein?

MK: Das kann man nicht mit einem Satz sagen und ist auch immer individuell begründet. Für mich gilt die Regel „vergolde Dein Ego!“ Damit meine ich nicht „Egoismus“, sondern Veränderung. Wenn ich mir nicht gefalle, dann gefalle ich auch meinem Umfeld nicht. Also muss man lernen, sich zu akzeptieren und sich zu entwickeln. Wer Mist macht, wird kein Gold ernten!

Klingt flexibel und modern…

MK: Warum auch nicht? Man muss doch nicht in der Vergangenheit leben und den „guten Jahren“ hinter her trauern. Es kommen doch noch einige! Von der „Gesellschaft“ lasse ich mich jedenfalls nicht in die „Großmutterrolle“ zwingen. Ich höre HipHop und liebe Technomusik, ich gehe tanzen und bleibe aktiv!

Und Ihre Pläne fürs neue Jahr? Ein schöner Urlaub in Aussicht?

MK. Ich finde Urlaub langweilig. Was soll ich denn da machen? In der Sonne liegen???
Ich bin ein Mensch, der sich über seine Aufgaben verwirklicht. Ich stelle sie mir und plane auch lange daran. 2010 realisiere ich ein Projekt, auf dem ich seit 15 Jahren herum denke.
Das wird sehr spannend werden, wobei ich jetzt noch nicht verrate, worum es geht! Und außerdem habe ich wöchentlich neue Ideen …es gibt noch viel zu tun!

Vielen Dank für dieses Interview!  (Christian Pantel)

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