Frau Abd El Farrag, Sie haben mit Kurt Elsasser den Schlager „Blinder Passagier“ aufgenommen. Welchen Bezug haben Sie zu Schlagermusik? Nadja Abd El Farrag: Ich bin in der Schlagerzeit mit Dieter Thomas Hecks Hitparade groß geworden und kann mich noch gut an Christian Anders erinnern, den ich früher immer gerne gehört habe. Allerdings verbinde ich mit dem Begriff „Schlager“ eher das „volkstümliche“, das ist nicht so mein Geschmack. Ich würde den heutigen „Schlager“ viel mehr als deutschsprachige Pop-Ballade sehen. In diesem Stil ist auch „Blinder Passagier“. Der „Schlager“ ist modern geworden. INFO FÜR PRINT-REDAKTIONEN ! | Dieses Interview unterliegt dem Copyright "Pressebüro Pantel"! Gesamte oder auszugsweise Verwendung nur nach Rücksprache: 040.72730250 pantel@perfect4all.de | Wie kamen Sie dazu, mit Kollegen Kurt Elsasser ins Studio zu gehen? Nadja Abd El Farrag: Das war eher ein Zufall. Kurt sprach mich auf einer Charity-Veranstaltung an und wir haben uns sofort bestens verstanden. Er machte den Vorschlag, mit ihm ein Duett zu singen. Ich war völlig überrascht und wollte erst nicht. Bohlen sagte immer, dass ich nicht singen kann und meine Stimme zu tief wäre und ich selbst dachte, dass ich mit 40 bestimmt nicht noch mal einen auf Christina Aguilera machen muss…aber man hat mich beschwatzt, zumindest im Studio eine Probeaufnahme zu machen. Dort waren dann alle begeistert und sogar Kurt Elsasser sagte „Hut ab!“. Es ist auch bei einem Duett wichtig, dass man sich zwischenmenschlich versteht, das merkt man dann auch im Musikalischen. Zwischen Kurt und mir harmoniert es im wahrsten Sinne des Wortes. Wir haben uns noch nicht einmal gestritten. Und das will bei mir etwas heißen! Die Chemie stimmt zwischen uns. Haben Sie, abgesehen von Ihrer Zeit bei Dieter Bohlen, denn früher schon mit Musik zu tun gehabt? Nadja Abd El Farrag: Ich bin mit Musik aufgewachsen! Ich habe ja mit meinen Eltern in Nordafrika gelebt und bin eine „arabische Frau“. In diesen Breitengraden ist Musik viel alltäglicher als hier. Sie wird „gelebt“, spielt überall und man hat auch ein unbefangenes Verhältnis zum Tanz. Ich habe schon mit fünf Jahren Bauchtanz gelernt. All das hat mich musikalisch vorgeprägt. Und dann gab es natürlich die Zeit mit Bohlen, auch dort habe ich als Backgroundsängerin mitgewirkt. Musik ist für mich wichtig. Nur wenn ich traurig bin, ist es zuhause still. Wenn ich gut drauf bin, stelle ich morgens als erstes das Radio an, höre von Pop über Rock, international und deutsch alles und drehe voll auf! Dann geht’s richtig ab beim Putzen! Sie sprechen selbst Dieter Bohlen an…sind Sie darüber genervt, dass Sie immer als „Ex von Bohlen“ betitelt werden? Nadja Abd El Farrag: Irgendwann könnte ja mal, nach all den Jahren, damit Schluss sein. Wenn ich das lese, denke ich mir immer: „Kinder, der hat doch zwischenzeitlich noch einige andere Mädels gehabt! Warum bin ich immer die „Ex“?“ Aber grundsätzlich stört es mich eigentlich nicht. Ich verleugne diese Zeit ja nicht und in diesen 12 Jahren ist ja auch Gutes passiert, an das ich mich gerne erinnere Was haben Sie musikalisch von ihm gelernt? Nadja Abd El Farrag: Eigentlich nichts. Ich war zwar während der ersten zwei bis drei Jahre bei den LP-Aufnahmen dabei, aber nach drei Stunden im Studio bekam man ja fast einen Gehörsturz! Unheimliche Lautstärke. Bis heute bedauere ich unseren damaligen Hund, aber dem hat das offensichtlich weniger ausgemacht als mir. Erst als er die Kabel zerbissen hat, durfte ich zuhause bleiben und konnte mich meinen Sachen widmen. Ich habe dann pro LP etwas zehn Pullover gestrickt… Aus dem Studio verbannt und ans Haus gefesselt….hört sich nach Schwer-Macho an! Nadja Abd El Farrag: Wobei ich mich dann wirklich emanzipiert habe! Das wissen die Wenigsten: Ich habe anderthalb Jahre zwischenzeitlich in einem Altersheim gearbeitet und freiwillige Altenpflege, wirklich das Komplettprogramm, gemacht. Ich musste einfach etwas Sinnvolles tun, sonst wäre ich in diesem goldenen Käfig irre geworden. Aber menschlich habe ich in dieser Zeit etwas von Bohlen gelernt: Dreistigkeit! Sei frech und sage nicht immer „Ja und Amen“. Haben Sie noch Kontakt zu Dieter Bohlen? Nadja Abd El Farrag: Absolut keinen Kontakt und das ist auch sehr gut so! Ich bin damals ausgezogen, als ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe. Er hat mich danach dann „übersehen“, wenn wir uns mal in der Hamburger City über den Weg liefen. Etwas später nach der Trennung suchte er dann wieder den Kontakt und wir redeten, aber das ging dann höchsten fünf Minuten gut. Mit diesem Menschen kann man sich nicht normal unterhalten, es artet sofort aus. Das muss ich mir heutzutage nicht mehr antun, wir sind einfach zu unterschiedlich. Ist ein solcher „Über-Dieter“ nicht für Ihren neuen Lebensgefährten Thomas Schnöll eine zu hoch angelegte Messlatte? Nadja Abd El Farrag:Um Himmels Willen! Thomas kann man doch nicht an Dieter Bohlen messen! Er ist ein ganz anderer Typ Mann, verständnisvoll und „alte Schule“. Ich mag das sehr, wenn er mir die Tür aufhält oder mir aus dem Mantel hilft. Er hat Stil und Benehmen und würde in großer Runde niemals über den Tisch brüllen „Naddel, halt die Klappe!“, wenn ich mich ins Gespräch einbringe. Einen Mann wie Thomas weiß man übrigens besonders zu schätzen, wenn man zwölf Jahre Bohlen überstanden hat! Thomas ist total klasse, kümmert sich um mich und wir haben uns gesucht und gefunden! Wie haben Sie sich kennen gelernt? Nadja Abd El Farrag: Auf einer Gala in Salzburg von anderthalb Jahren. Thomas saß am Tisch neben mir und ich suchte damals eine Wohnung in Salzburg. Da er mit Immobilien zu tun hat, bat ich ihn, die Ohren offen zu halten und gab ihm meine Nummer. Er rief dann auch an, allerdings weniger wegen der Immobilie. Irgendwie waren wir dann zusammen und nach drei Monaten des Hin- und Herfliegens zwischen Hamburg und Salzburg, nahmen wir uns eine gemeinsame Wohnung in Salzburg. Ich dachte mir „jünger wird man nicht“ und seit einem Jahr bin ich über diese Spontanentscheidung sehr glücklich! Warum ausgerechnet Salzburg? Nadja Abd El Farrag: Weil Salzburg einfach schön ist und die Salzburger freundliche Menschen sind! Man hat in dieser Gegend einfach alles, von Kultur bis Landschaft. Eine halbe Autostunde entfernt sind die Berge, der Mondsee, im Sommer kann man Wandern und Schwimmen, im Winter Skifahren und Snowgolf spielen. Das ist der Wahnsinn hier….ich lebe dort, wo andere Urlaub machen! Wie sind denn die gemeinsamen Zukunftsplanungen? Nadja Abd El Farrag: Wir suchen eine größere Wohnung in Wien und natürlich Heiraten und Kinder! Hochzeit in Planung? Wie soll die denn aussehen? Nadja Abd El Farrag: Ich bin eine sehr romantische Frau! Kirchlich und in weiß! Eine weiße Kutsche und mindestens ein Gespann von sechs Lipizzanern, wenn möglich sogar acht. Ein kleiner Kreis von Familie und Freunden…so kitschig wie bei Verona muss es nun wirklich nicht werden, aber die weiße Kutsche ist ein Muss! Ist denn der Thomas schon darüber informiert? Nadja Abd El Farrag: Nee, aber spätestens jetzt wird er es wohl wissen! Er ist natürlich auch ein bisschen Macho und zeigt bei solchen Dingen wenig Gefühl. Er wird sicherlich keinen Kommentar zur weißen Kutsche abgeben, aber das bekomme ich schon mit weiblicher Intuition hin. Und den Nachwuchs auch… Nadja Abd El Farrag: Dafür reicht die weibliche Intuition in jedem Fall! Aber das ist wirklich noch Zukunftsmusik. Unsere pädagogischen Fähigkeiten üben wir erst mal an unserem Retriever Gina. Wie machen Sie das mit Ihrem Hund, wenn Sie zum Beispiel auf Promotiontour sind? Nadja Abd El Farrag: Gina ist ein unheimlich liebes Tier und immer dabei. Für mich ist das auch Gewohnheit, Ich habe immer mit Hunden zusammen gelebt, bei Bohlen waren es teilweise fünf Hunde…wovon dann wieder einige abgeschafft wurden, wenn sie nicht pariert haben. Das passiert Gina nicht! Sie begleitet uns auf allen Terminen, vom Studio bis zur Charity-Gala. In Sachen „Charity“ sind Sie sehr aktiv, wie kommt das? Nadja Abd El Farrag: Ich habe zwar in meinem Leben einige Enttäuschungen wegstecken müssen, aber ich habe immer mein positives Denken behalten. Freundlichkeit und Verantwortung sind Begriffe, die fest in meinen charakterlichen Eigenschaften verankert sind. Ich glaube an das Gute im Menschen und möchte diejenigen, denen es nicht so gut geht, unterstützen. Wenn mir das mit ein wenig „Prominenz“ gelingt, dann werde ich mich dafür auch gerne in meiner Freizeit engagieren. Mit Karl Heinz Böhms Organisation „Menschen für Menschen“ werden wir jetzt im Sommer bei einem Promi-Beach-Volleyball-Turnier mitwirken. Ich hoffe, dass auf diesem Wege viele Spenden für Äthiopien zusammen kommen.“ |