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ZWEITRECHT ! Peter Kraus und Ehefrau Ingrid im „Peter-Kraus-Museum“ in Zürich - Erinnerungen zum 70. Geburtstag„Nimm Dir Zeit“ heißt Peter Kraus’ neue CD, die gerade erscheint und mit der sich der Künstler zum 70. Geburtstag einen großen Wunsch erfüllt: Big Band Sound … das wollte er schon lange wieder machen! Mit der SWR-Big-Band coverte er fünf alte Hits wie beispielsweise „Moonriver“ und spielte neue Songs ein. Alle mit neuen Texten aus seiner Feder. Nicht mehr der klassische Rock’n Roll, den wir alle kennen und lieben gelernt haben?
Dass man mit 70 Jahren noch mal durchstarten kann, beweist Peter Kraus, er ist nicht auf „Altes“ und „Alter“ festgelegt und möchte sich auch jetzt noch musikalisch weiterentwickeln. Warum nimmt er diese Mühe auf sich? PK: Mit 70 muss noch mal was passieren!Ich bin im letzten Jahr bei der Legenden Tour der SWR-Big-Band für Paul Kuhn eingesprungen, weil er erkrankt war. Dabei kam die Idee zustande, die ich schon seit meinen jungen Jahren und meiner Arbeit mit Max Greger im Kopf hatte. Rock’nRoll ist meine Visitenkarte, aber ich möchte nicht in Nostalgie verhaftet sein. Mir macht das Texten Spaß, mir machen neue musikalische Ansätze Freude. Ich bin gespannt, was das Publikum sagen wird!
PK: Keine Ahnung! Ich komme am 17. zurück und muss am 19. wieder los! Meine Frau Ingrid hat sicherlich was organisiert und wir werden Freunde in München treffen Hat die Zahl 70, bzw. das dazugehörige Alter, für Sie irgendeine Bedeutung? PK: Ich sehe Zahlen als nicht so wichtig an. Was das Alter angeht, habe ich mit 50 aufgehört zu zählen und dann neu angefangen. Also werde ich somit wieder 20 …das ist alles ein Punkt der persönlichen Sichtweise und des persönlichen Lebensgefühls. So ganz kommt man an den Jahren natürlich nicht vorbei…. Gibt es einen Tipp, den Sie Altersgenossen geben würden, damit diese sich genauso wohl wie Sie fühlen?
Wenn Sie zurückblicken, war es eine subjektiv kurze Zeit für Sie? PK: Eigentlich empfinde ich mein Leben als „lange Zeit“. Das liegt vermutlich daran, dass ich unheimlich viel gemacht habe und nicht der alltäglichen Routine verfallen bin. Ich war Regisseur, habe als Schauspieler Filme gedreht, Filme produziert, Musik gemacht, war auf unzähligen Tourneen. Genau genommen ist jedes Jahr etwas Besonderes passiert, das wundert mich selbst! Würden Sie die Zeit gerne auf einen bestimmten Punkt zurückdrehen? Hätten Sie gerne bestimmte Fehler vermieden und würden Sie heute etwas anders machen? PK: Nein, da wird nichts zurückgedreht, denn Fehler gehören zum Leben dazu und man lernt aus Ihnen. Klar habe auch ich Schrott und Mist gebaut! Im Nachhinein kann man auch nicht sagen, was gewesen wäre wenn…das sind Fragen, die ich einfach nicht beantworten kann. Ich bin schon mit 14 in die Showbranche eingestiegen und habe immer vielseitig gearbeitet. Ich bin beispielsweise kein guter Gitarrist! Was wäre, wenn ich mehr Gitarre geübt hätte und auf die Schauspielerei verzichtet hätte? Wer kann das schon sagen?
PK: Da gibt es unzählige Highlights! Allein die alten Filmplakate! Ich bin sehr froh, dass ich in meiner Jugendzeit noch mit den wirklich großen Filmstars wie Gerd Fröbe, Heinz Rühmann oder Hans Albers drehen durfte. Das sind natürlich einschneidende Erinnerungen. Ebenso mein Treffen mit Walt Disney oder die Bill-Haley–Band „The Comets“, mit denen ich beim Open-Air in Wien zum 50. Jubiläum des Rock’n Roll auf der Bühne stand. Ich glaube, der Platz reicht nicht, um diese Erinnerungen alle aufzuzählen! Walter Egg, der Betreiber des Museums, ist ein Freund von Ihnen? PK: Ich bin sehr dankbar, dass es den Walter gibt! Er führt sozusagen Buch über mein Leben. Früher, in den Fünfzigern, standen die Fans noch vor meinem Haus und er war dabei. Aus einem Fan-Verhältnis wurde eine langjährige Freundschaft. Das war damals mit den Fanclubs ja noch anders als heutzutage. Wir Künstler haben unsere Fanclubs besucht, das war wichtig für uns, damals hatte die Jugendkultur noch ihr eigenes persönliches Leben und Fernsehen oder Internet waren noch nicht bestimmend. Ich fühle mich sehr geehrt, dass Walter Egg die ganzen alten Sachen aufgelistet und gesammelt hat. Wann immer mich jemand anruft und fragt, aus welcher Zeit beispielsweise ein bestimmtes Foto stammt, verweise ich ihn an Walter. Der weiß mehr über mich als ich! Ich rufe ihn schon selbst an, wenn ich etwas über mich wissen will!
PK: Zum großen Teil natürlich auch von mir. Bei mir daheim steht nichts aus der Vergangenheit herum, ich hätte gar nicht die Muße dazu, alles zu sortieren. Ich gebe alles an Walter weiter, er ist in dieser Hinsicht Zeit meines Lebens ein guter Partner. Nicht nur die neue Platte und der Geburtstag sind 2009 wichtig, sie feiern mit Ihrer Frau auch 40jähriges Ehejubiläum! Wie führt man im Showgeschäft über so lange Zeit ein harmonische Beziehung? Das ist ja eher die Ausnahme…
PK: Als alter Rock’n Roller bin ich immer gegen den Strom geschwommen! Während meine Kollegen Fernsehapparate aus Hotelzimmerfenstern geworfen haben, benahm ich mich anständig! Warum nicht auch in Sachen „Ehe“ gegen den Strom schwimmen? Mit hat es beflügelt, an meiner Ehe und nicht an meiner Scheidung zu arbeiten! Und die wilden Sachen habe ich in meiner Jugend gemacht. Also…irgendwann wurden Sie doch „älter“ und „erwachsen“? PK: Es war für mich eine Lebensentscheidung zu heiraten. Wir haben uns das damals gemeinsam genau überlegt. Ein neuer Lebensabschnitt fing an, der dann in der Ehe auch mit Treue, Wertschätzung, Respekt, Achtung zu füllen war. Das war ein neues Kapitel in meinem Leben und die Nachtlokale und Mädchen interessierten mich ab dann nicht mehr. Ich habe mir da vor mir selbst auch kein Hintertürchen offen gelassen. Eine zweite wichtige Entscheidung war dann der Umzug aufs Land, als mein Sohn geboren wurde.
PK: Da müssen Sie sie selbst fragen…ich war jedenfalls nicht eifersüchtig, sie hat mir niemals einen Grund dafür gegeben. Ingrid Kraus: Na ja, ich kann nicht behaupten, dass ich völlig frei von Eifersucht war! Aber ich hoffe, dass ich auch niemals einen Grund dafür gehabt habe … man kommt ja ins Denken, wenn man bei Walter Egg die ganzen Fotos mit den schönen Mädels sieht! PK: Das war alles vor ihrer Zeit! Mein Frau ist da sehr clever…mir gegenüber zeigt sie keine Eifersucht und informiert sich vermutlich lieber heimlich bei Walter Egg! Aber ehrlich…was will man mit den schönsten Mädchen, wenn man mit Ingrid zusammen ist?
PK: Da war nichts! Die war viel zu jung für mich und ich viel zu schnöselhaft für sie. Außerdem hatte ich zu dieser Zeit ein geheimes Verhältnis mit der Freundin des Produzenten und damit schon genug Probleme! Wenn der heraus gefunden hätte, dass ich was mit seiner Geliebten habe, wäre der zweite Peter und Conny - Film nie gedreht worden! Aber Conny und ich verstehen uns freundschaftlich noch immer gut, wir sehen uns auch heutzutage noch privat. Noch eine Frage an Ihre Frau, Herr Kraus…hat sich Peter im Laufe der Jahre verändert? Ist er schrulliger geworden? Ist er ruhiger geworden? Ingrid Kraus: Von „schrullig“ habe ich bisher noch nichts merken können…und von ruhiger, ehrlich gesagt, auch nichts. Im Gegenteil…er wird immer hektischer! Vielen Dank für dieses Interview!
Christian Pantel
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