Der auch als Berliner Tatort-Kommissar Felix Stark bekannte Schauspieler Boris Aljinovic tourt derzeit mit dem Schauspiel „Alte Freunde“ unter der Regie von Dietmar Pflegerl über deutsche Bühnen.
An seiner Seite halten Rufus Beck, Josef Bilous, Hans-Werner Meyer und Janina Rudenska in brillanter Weise dem, insbesondere männlichen Teil der Gesellschaft einen Spiegel der Eitelkeit, Selbstsucht, Größenwahn und Lebenslügen vor
Vier Männer in den Vierzigern, treffen sich nach langer Zeit in der Wohnung von Pieter, genial gespielt von Rufus Beck, wieder. Das Quartett, schon seit ihrer Studentenzeit „dicke Freunde“, hat sich nach anfänglichen gemeinsamen Zeiten ein wenig aus den Augen verloren. Die Treueschwüre aus der Vergangenheit hinsichtlich Freundschaft und Zusammenhalt sind verblasst. Jeder war auf seine Weise auf der Karriereleiter nach oben und hat sich kaum noch für den Anderen interessiert.
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Jetzt finden sich die “alten Freunde“ wieder und wollen sich bei Ihren Problemen gegenseitig helfen. Dieses Vorhaben gestaltet sich zunächst produktiv. Doch je mehr man in die Phase der Verpflichtungen übergeht, desto klarer scheitert dieses Unterfangen durch die plötzlich vorrangigen, persönlichen Interessen jedes einzelnen. Selbstsucht, Egoismus und Angst um das eigene Ich, zeichnen das Bild von Chaos in jeder fortlaufenden Minute des Stückes.
Die niederländische Autorin Maria Goos, lässt in dem Stück kaum ein Klischee aus und stellt mit witzigen kritischen Dialogen, zahlreiche Abgründe aus dem sozialen und beruflichen Umfeld bloß.
Mit Witz und bitterer Bissigkeit und ohne Zweifel real wiedergegeben, durchleuchte „Alte Freunde“ eine so genannte „Männerfreundschaft“.
Eine großartige Inszenierung in einer perfekten Besetzung. Beck, Aljinovic, Meyer und Bilous zeigen den Menschen, mit allen seinen Schwächen ohne das jedoch der Eindruck entsteht, all zu schematisch zu wirken. Jede Figur fügt sich hervorragend in die Szenerie ein, wobei sich so mancher Mann im Laufe des Stückes wieder erkennen wird. Rufus Beck glänzt von Beginn an als Kunsthistoriker in unterbezahlter Anstellung, Boris Aljinovic in der
Rolle des leicht manischen Anwaltes Tom und Vorbild der Anderen, Hans-Werner Meyer als selbstgefälliger Politiker Joep, sowie Josef Bilous in der Rolle des Regisseur Maarten der sich vom Ekel zum Träger der Fahne „Freundschaftsidealist“ entwickelt und seine sexuelle Einschränkung mit überzogenen Bühneninszenierungen zu überspielen versucht. Nicht zu letzt bot Janina Rudenska als Stripperin noch einen guten Grund dafür, die männliche Phantasie anzuregen. Auch wenn sich dem Zuschauer in der Anfangsphase des Stückes, die Marschrichtung nicht ganz so schnell entschlüsselt, führt wohl gerade diese Entwicklung zu einem überraschenden Ausgang der Komödie.