Mit „Liebling Kreuzberg“ wurde die Schauspielerin als Fernsehtochter von Manfred Krug bundesweit bekannt und auf dem Höhepunkt ihrer Karriere entschied sich Roswitha Schreiner für einen „Break“: Mit ihrem Mann Andreas Gotzler reiste sie nach Bali, importierte Möbel und eröffnete ein Geschäft in Berlin. Doch diese Unterbrechung und der Aufbau eines zweiten Standbeines hat ihr nicht geschadet: Ob „Tatortkommissarin“, „Tropencops“, „König der Herzen“ oder wie jetzt „Rote Rosen“ – Roswitha Schreiner gehört schon wieder zu den begehrtesten Schauspielerinnen…
„Was mich natürlich freut, denn ich bin in erster Linie Schauspielerin und das mit Leib und Seele“, strahlt die bescheidene Künstlerin. Für Roswitha Schreiner fiel sozusagen Weihnachten und Ostern tatsächlich zusammen. Zum Weihnachtsfest erhielt sie die Nachricht, dass sie die neue Hauptrolle in „ ROTE ROSEN“ bekommt und kurz nach Ostern flimmert sie das erste Mal in ihrer neuen Rolle über den Bildschirm
„Eine Rolle, die mir sehr gefällt“, berichtet Roswitha Schreiner, „und in einer Telenovela gibt es viel zu spielen! Schließlich drehen wir eine Folge pro Tag. Liebe, Kummer, Trennung, Freundschaft, hoch und runter….die ganze Bandbreite ist vorhanden und man kann sich schauspielerisch richtig austoben.“
Privat vereint Roswitha Schreiner Hausfrau, Ehefrau, Unternehmerin und Künstlerin in einer Person. Auf dem Bildschirm schlüpft sie auch in die unterschiedlichsten Rollen. Und örtlich ist Roswitha Schreiner sehr flexibel: In der Woche ab in die Produktionswohnung nach Lüneburg, am Wochenende in Berlin und über Ostern fliegt sie ihrem Ehemann Andreas Gotzler für die eigene Möbelherstellung einmal rund um den Erdball hinterher nach Bali. Was fasziniert sie so an Bali? Warum ausgerechnet der Import von balinesischen Möbeln?
„Das Klima, die Freundlichkeit der Menschen, die Ausgeglichenheit, die Religion … da kann man Vieles aufzählen, was an Bali traumhaft ist!“ sagt Roswitha Schreiner. „Als ich damals, 1998, Andreas kennen lernte, war er Aufnahmeleiter am Set. Nach einigem Hin und Her - wir waren beide noch in festen Beziehungen- fanden wir dann zueinander und unser erster gemeinsamer Urlaub führte uns nach Bali. Dort kauften wir uns ein geschnitztes balinesisches Bett für unsere Berliner Wohnung und schifften es in einem Container nach Deutschland. Daheim sprachen uns viele Freunde darauf an. Sie waren von dem balinesischen Flair in Berlin begeistert. Also wuchs bei uns die Idee heran, ein Geschäft aufzumachen.“
„Klung Kung“ heißt der Laden in der Berliner Rykestr.3 im Stadtteil Prenzlauer Berg! Wer ihn betritt, fühlt sich sogleich verzaubert und kann die Schauspielerin und ihren Ehemann verstehen. Urlaubsträume werden wahr, wenn man sich die eigene Wohnung mit balinesischen Möbeln und Accessoires verschönt. Offensichtlich haben Roswitha und Andreas eine echte Marktlücke entdeckt: Mittlerweile richteten sie schon das Apartmenthotel „Ackselhaus“ in Berlin ein und immer mehr Aufträge folgen. Andreas Gotzler gab seinen Aufnahmeleiter-Job bei der Bavaria auf und widmete sich vollberuflich dem Möbelimport und der eigenen Möbelproduktion.
„ Das klingt jetzt alles wie im Märchen, aber es steckt auch knallharte Arbeit dahinter! Es hat mir gut getan, mich mit der realen Welt außerhalb des Filmsets auseinanderzusetzen und einer völlig anderen Kultur zu begegnen. Von nun an fahren wir zweimal jährlich nach Bali, um Hersteller abzugrasen, eigene Ideen einzubringen und selbst Möbelstücke zu entwickeln“, berichtet das Ehepaar. „Im Laufe dieser Reisen und unserer Arbeit fanden wir immer mehr Zugang zu Land und Menschen und gewannen neue Freunde. Bei unserer Hochzeit im Haustempel eines Freundes waren 30 Gäste aus Deutschland und 30 Gäste aus Bali! Unsere Freunde auf Bali haben uns akzeptiert und begriffen, dass wir es mit ihrer Kultur sehr ernst meinen und unsere Gedanken mit dem Hinduismus konform laufen. Nur aus diesem Grunde durften wir auf Bali heiraten!“
2003 standen Andreas und Roswitha vor dem balinesischen Traualtar! Roswitha war die Reisgöttin Sri, Andreas stellte einen balinesischen König dar und im goldenen traditionellen Gewand gaben sich die beiden das Ja-Wort.
„Natürlich haben wir auch ein paar europäische Traditionen gepflegt“, erinnert sich Roswitha Schreiner und zeigt stolz das Hochzeitsalbum vor. „Andy hat mir einen traumhaften Ring gekauft und die Pool-Party nach der traditionellen Hochzeit war auch eher europäisch!“
Das „Crossover“ der Kulturen klappte bestens und die balinesischen Götter hielten ihre schützende Hand über diese Ehe: Bis heute sind Andreas und Roswitha ein glückliches Ehepaar, das sich hervorragend ergänzt.
„Das kommt sicherlich auch ein bisschen durch die gemeinsamen beruflichen Erfahrungen“, erklärt Roswitha Schreiner. „Andreas kennt selbst das Filmbusiness, hat Verständnis für mich und meine Dreharbeiten. Berufliche Trennungen sind somit kein Problem für uns. Während er schon in Bali ist, fliege ich erst nach Abschluss meiner Dreharbeiten zu ihm, ohne dass wir deswegen in eine Ehekrise stolpern würden. Toleranz und Verständnis sind die Basis für eine gute Beziehung. Und wir können uns zwischendurch auch mehr Zeit füreinander nehmen, weil wir nicht mehr abwechselnd auf den Laden aufpassen müssen. Seit 3 Jahren ergänzt Frank Liebmann unser Team und wir haben einen guten Geschäftsführer und Freund gewonnen, seitdem ist alles entspannt zu bewältigen und ich kann wieder eindeutig die Priorität auf die Schauspielerei verlegen“
Und in der gemeinsamen Zeit steht „Ergänzung“ auf dem Familienprogramm: Während Roswitha die Quirlige ist, bringt Andreas, der „gestandene Organisator“, den Tagesablauf ins Lot.
„Andy ist sehr bodenständig und pragmatisch, im Gegensatz zu mir“, gesteht die Schauspielerin. „Er lenkt meine Kapriolen in realistische Bahnen. Das muss an seiner Ausbildung als Aufnahmeleiter und seinen Filmproducer-Genen liegen. Seine Familie wirkt schon seit 3 Generationen bei „Der Alte“ und „Derrick“ auf Produktionsebene mit. Es fließt organisatorisches Produzentenblut in seinen Adern!
Es wundert daher nicht, dass das Ehepaar Schreiner-Gotzler derzeit an einer Bali-Dokumentation für das Deutsche Fernsehen arbeitet! Da werden Reiselust, Klung Kung und das Fernsehen kurzerhand miteinander kombiniert.
„Ich liebe Andys kreatives Planungstalent und attraktiv und sexy ist er auch noch! Und sollte es mal eine Krise geben, haben wir ein einfaches Rezept entwickelt, auf das wir uns einigen: Ich mache alles falsch und Andreas hat immer Schuld!“
Wie jetzt? Also doch Krise? In dieser Traumehe?
„Na klar wird hier manchmal gegeneinander gepunktet, wie es in jeder guten Beziehung dazu gehört“, meint Roswitha Schreiner. „Ich kann es überhaupt nicht leiden, wenn er mir meine Illusionen nimmt! Wir sind beide ziemlich dickköpfig und in manchen Bereichen auch sehr unterschiedlich. Während ich einen besinnlichen Abend allein bevorzuge, lädt er dreimal wöchentlich Gäste ein, liebt Action und Partys! Er gehört dann zum harten Partykern, am liebsten bis ins Morgengrauen, während ich um halb Elf müde werde.“
Fehlt ja eigentlich nur noch der Nachwuchs zum kompletten Familienglück …
„Ganz entspannt bitte!“, unterbricht Roswitha Schreiner solche Gedankengänge. Schließlich bringt es nichts, sich unter gesellschaftlichen Druck setzen lassen! Sollte sich etwas Kleines einstellen, dann ist es höchst willkommen, aber wir werden das nicht erzwingen. Bis dahin versuchen wir unser doch recht turbulentes Leben unter einen Hut zu bekommen und ich genieße hoffentlich noch viele schöne Drehbücher bei „Rote Rosen“.“
Christian Pantel
Roswitha Schreiner / Rote Rosen seit 27.3.2008 auf Sendung / ARD Daily
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