Begegnung mit einem Vampir!

Ferdy Mayne (Ferdinand Philip Mayer-Horckel) war,  was viele gar nicht wissen, Deutscher.

Geboren am 11. März 1916 in Mainz als Sohn eines deutschen Juden (Richter) und einer Engländerin (Gesangslehrerin). Um ihn vor der Verfolgung durch Nationalsozialisten zu schützen, wurde er in jungen Jahren nach England geschickt, während seine Eltern in Buchenwald interniert waren. Seine Tante, die Fotografin und Bildhauerin Lee Hutchinson, kümmerte sich liebevoll um den Jungen. Wegen dieser Verbindung nach England konnten auch seine Eltern dorthin ausreisen.

1950 heiratete Ferdy seine große Liebe Deirdre die Payer. 1976 die Scheidung. Die gemeinsame Tochter, Belinda, (1958) ist ebenfalls Schauspielerin.

In unzähligen Filmen und TV-Auftritten konnte man Ferdy Mayne erleben. Aber weltberühmt wurde er 1967 mit seiner Rolle als Graf von Krolock in „Tanz der Vampire“.  Diese Rolle konnte er niemals abschütteln. Zudem wurde er immer wieder mit dem „Ober-Vampir“ Christopher Lee verglichen. Weder dem einen noch dem anderen gefiel dieser Vergleich.

Alle Filme aufzulisten, in denen er – auch als Kleindarsteller – sehr präsent war, würde diese Seiten sprengen. Er sang und spielte sogar in Musicals. Obwohl er in hochkarätigen Filmen wie "Unser Mann in Havanna", "Agenten sterben einsam" (ausgerechnet als Nazisoldat) oder "Evita Peron" mitwirkte, blieb er immer in der zweiten Reihe. 1986 stellte er noch einmal einen Vampir in der TV Serie "Frankensteins Tante" dar.

1985 hielt ich mich in L.A. auf. Ich war zu Gast bei einem Freund, der Jurymitglied für die Oscar-Nominierungen war. Eines Tages nahm er mich mit ins Kino. „Purple Rose“ sollte von der Jury beäugt werden. Das Kino stellte sich heraus als die heiligen Hallen, in denen auch der Oscar verliehen wird! Wow! In den heiligsten Saal konnten wir nicht. Der war geschlossen. Aber schon der Kinosaal war von einer solch beeindruckenden Größe, dass mir schon hier ganz schwindelig war!  Mein Fotografenherz fiel von einer Begeisterung in die nächste: überall bekannte Gesichter! Und plötzlich entdeckte ich zwischen den Reihen ein Gesicht, dass mich faszinierte, das mein Herz hüpfen ließ: Ferdy Mayne! Ich musste einfach hin und Hallo sagen. Wenn er mich auch nicht kannte: dann lernte er mich eben jetzt kennen! Ich war damals frech wie Oskar (das passte ja sogar!).

Mit meinem „Kitchen“-Englisch machte ich ihm irgendwie verständlich, wie sehr ich mich freue, ihn hier zu treffen. Ferdy war aufgeschlossen, sehr freundlich und ließ sich von meiner Begeisterung anstecken. Ich realisierte nicht, wie sehr wir ins Visier aller Anwesenden gerieten. Wir unterhielten uns eine ganze Weile in Englisch. Irgendwann lehnte sich Ferdy zu mir, ganz nah und sagte mit einem unvergesslichen, breiten Grinsen: „Sie können auch deutsch mit mir sprechen….“  Er hatte wohl bemerkt, wie sehr ich nach manchen Worten suchte. Mein Gesicht habe ich nicht gesehen, aber es muss wohl selten dumm ausgesehen haben! Wir haben beide herzlich gelacht…und „unsere“ Zuschauer lachten mit. Einige klatschten sogar Beifall, was mir dann doch oberpeinlich war. Da hatte ich ja eine schöne Vorstellung vor dem Hauptfilm gegeben….

Einigemale war ich bei Ferdy hoch in den Hills zu Gast und lernte Belinda, seine umwerfend schöne Tochter kennen, ebenfalls Schauspielerin.  Zum Leidwesen des Vaters rauchte sie, und das in Amerika!

Ich war zu seinem Geburtstag eingeladen und traf dort Denis Weaver, der partout nicht seinen Cowboy-Hut absetzen wollte. Ich machte ihm begreiflich, wie gerne ich Fotos von ihm hätte, aber es war so dunkel im Raum, ich musste einen Blitz benutzen und das mache dicke Schlagschatten genau unter seinem Hut. Seine Augen wären dann unter einem schwarzen Balken verschwunden! Immer wieder wurde ich von den Anwesenden darüber aufgeklärt, dass Denis ohne Hut wohl kaum jemand zu Gesicht bekäme. Irgendwann hatte ich meinen ganzen Charme versprüht und Denis überredet. „Okay“, sagte er und lüftete sein Geheimnis: wunderschönes, volles Haar und ein zauberhaftes Lächeln.   Arthur Hill stellte mir seine  Ehefrau vor.  Beide waren ganz erstaunt, dass man in „Germany“ die Serie „Owen Marshal“ zu sehen bekam. Der Enkel von Ernest Hemingway, ein hübscher junger Mann, erzählte von seinen ersten Fußstapfen beim Film….Ferdy lebte streng vegetarisch und hatte die leckersten Speisen zubereiten lassen. Es wurde ein unvergesslicher Abend. Erst sehr spät verabschiedete ich mich.

Ferdy und ich trafen einander öfter. Er wollte mir Malibu zeigen. In einem
Geschäft entdeckte ich „Smooth Operator“ von Sade. Das war damals „der“ Hit, ich liebte diesen Song. Ferdy schenkte mir die LP, aber eine Widmung wollte ich mir nicht draufschreiben.

Wir machten einen langen Spaziergang am Pazifischen Ozean. Ferdy erzählte aus seinem Leben. Von den Menschen, die er liebte, von seiner Arbeit. Manchmal liefen wir auch schweigend nebeneinander her. Manchmal nahm ich einen großen Abstand, um ihn zu sehen – von hinten, von vorn. Ich mochte seinen  Gang,  Ferdy verströmte etwas sehr Aristokratisches. Seine Eleganz hatte etwas sehr Unnahbares, aber in seinem Blick spiegelte sich eine große Sehnsucht nach Nähe.
 
Bei „Geoffreys“, einem der wohl schönsten Restaurants, wurden wir mit Köstlichkeiten des Hauses verwöhnt. Obwohl wegen Renovierung geschlossen war, ließ es sich der Chef nicht nehmen, uns fürstlich zu bedienen. Wir waren die einzigen Gäste – es war wundervoll.  Ferdy mochte mich. Daraus machte er keinen Hehl.


Bevor ich wieder nach Deutschland zurückkehre,  wollte er mir unbedingt seine Lieblingsorte zeigen: Big Sur und Carmel. Ich hatte Bedenken, weil mir seine Zuneigung nicht entgangen war. Ich konnte über eine große Sympathie hinaus tiefere Gefühle nicht bei mir entdecken. Wenn er sich möglicherweise ein Liebeswochenende versprach, wäre er umso enttäuschter. Aber Ferdy schwärmte so lange und versicherte, dass er „nur Freundschaft“ wolle…dass ich irgendwann nachgab und zusagte.

An jenem Morgen, an dem wir verabredet waren, ich voller Vorfreue, aber auch Zweifel, weil ich seine Zuneigung nicht in der Weise erwidern konnte, wie er sich das wünschte, kam ein Anruf: er sagte unsere Fahrt ab. Nein, er wolle doch lieber nicht, weil er sehr starke Gefühle für mich habe, aber erkannt hatte, dass ich diese nicht erwidere. Ich war enttäuscht, respektierte dies aber. Weh tat mir die ungewohnte Kälte und Schärfe in seinem Ton. Ich hatte ihm niemals etwas vorgemacht! - Lange Zeit hörte ich nichts mehr von ihm.

Einige Monate später war Ferdy in Hamburg. Bei „TKKG“ hatte er eine kleine Rolle angenommen. Er meldete er sich bei mir, wollte mich unbedingt treffen. Wir gingen in Hamburgs schönstes vegetarisches Restaurant hoch über den Alsterarkaden. Immer wieder verstrickte mich Ferdy in Diskussionen um Beziehungen, Liebe, Zuneigung….er war noch immer verletzt. Ich sagte,  dass er  s e i n   Fühlen genießen solle. Wenn er Schmetterlinge im Bauch habe, wenn er verrückt sei vor Liebe …all dass solle er wahrnehmen und sich freuen, dass er lebt, dass er das empfinden kann! Wie viele Menschen seien gar nicht mehr fähig, so zu fühlen!  Niemals solle er das  abhängig davon machen, ob dieses Fühlen erwidert würde oder nicht.  Schön sei es, wenn es so ist…aber wenn nicht? „Wie kannst Du, mein lieber Freund, einem Menschen sagen „ich liebe dich“, und wenn dieser Mensch, den du meinst, diese Gefühle nicht in der Weise, wie Du es möchtest, erwidern kann, ihn im selben Moment hassen und angreifen und ablehnen? Was ist Deine Liebe dann? Wirklich Liebe?“

Ferdy hörte aufmerksam zu. Mit Tränen in den Augen sah er mich an und flüsterte:  „Du bist in Deinem Alter so weise….Ich fühle mich wie ein Lehrling. Dabei sollte ich derjenige sein. Schließlich habe ich so viele Lebensjahre mehr, die ich meine Erfahrungen machen konnte. - Du hast völlig recht. Ich werde unsere Begegnung genießen. Denn eigentlich finde ich es wunderbar, dir begegnet zu sein.“

Bevor Ferdy abreisen musste, machten wir Fotos. In seinem Lieblingshotel, „Bellevue“, an der Außenalster tranken wir unseren Lieblingstee: Gyokuro. Einen japanischen Grüntee, der nur im Schatten wächst und deshalb ganz besondere Substanzen enthält (den besten gibt es übrigens im „Haus des Ostens“, Jungfernstieg. Dort bekommt man ihn vakuum-verpackt. Der schmeckt herrlich, wie gerade erst geerntet!).

Ich ließ mich überreden, mit in sein Zimmer zu gehen, als er mich, mit geheimnisvollen Andeutungen dazu einlud. Ich wusste ja, zwischen uns war alles geklärt.  Ferdy wollte mir unbedingt etwas zeigen.

Völlig überraschend nahm er mich fest in seine Arme, schaute mich dann lange an und fragte „Kannst du dir vorstellen, mit mir zusammenzusein?“  Ich war völlig perplex. Da stand er, so verletzlich. Was sollte ich sagen?

Beide waren wir in diesem Moment verlegen und unsicher, wenngleich Ferdy meine Unsicherheit wohl in seinem Sinne deutete. Er nahm ein Samtkästchen, das auf einem kleinen Tisch gelegen hatte. Sein Gesicht nahm einen sehr feierlichen Ausdruck an. Ich hoffte, es möge nicht das sein, was ich vermutete, wusste aber, dass ich mich selbst belüge. Er klappte es auf: ein wunderschöner Ring! Nur Sekunden vergingen wohl, ich aber fühlte mich in einer Zeitqualität, in der ich nicht hätte sagen können, ob es Stunden waren, die wir wortlos einander gegenüberstanden. Mein Herz raste. Aber nicht aus dem Grund, den Ferdy sich gewünscht hätte. Ich   m u s s t e   ehrlich sein, aber wenn ich sonst so „frei Schnauze“ sein konnte: vor mir stand der schöne, grosse Ferdy, schien zerbrechlich, ängstlich und ich wette, sein Herz raste ebenso wie meins.

So liebevoll ich konnte, schaute ich ihn an und sagte mit ziemlich belegter Stimme, wie sehr mich sein Wunsch, mit mir zusammensein zu wollen, bewegt. Das aber bei einer solch wichtigen Entscheidung absolute Ehrlichkeit gefragt sei.
„Ferdy, ich möchte, dass du dieses Geschenk aufbewahrst. Gib es einer Frau, die deine Gefühle ganz und mit ehrlichem Herzen erwidert. Es tut mir in der Seele weh, dich verletzen zu müssen in diesem Moment. Aber, bitte, irgendwann wirst du mich dafür umso mehr lieben…“ keine Ahnung, woher ich diese Worte in diesem Moment hatte, aber es waren wohl die richtigen. „Ich spüre sehr viel Wärme und habe großen Respekt vor deinem Mut, mein Lieber Freund“.

Ich blickte in eine unendliche Tiefe von Schmerz und Trauer in seinen Augen. Er sagte nichts. Kämpfte gegen Tränen. „Nein“, sagte ich. „Bitte, lass deinen Tränen freien Lauf. Ich werde dich nicht verhöhnen. Mein Schmerz über diese Ablehnung, die dich so tief trifft,  ist deinem sehr nah. Bitte, bitte, lass uns nicht schämen…“ Wir nahmen einander in die Arme, und nun konnte auch ich meine Tränen nicht zurückhalten. Es tat mir weh, diesen Menschen so zu sehen. Schließlich ließen wir voneinander ab. Ferdy stellte das Samtkästchen wieder auf den kleinen Tisch und flüsterte mit rauer Stimme „Du hast ja recht…ich…dachte nur….vielleicht….wenn ich es versuche….Es tut weh. -  Aber ich danke dir für deine Aufrichtigkeit“.

Wir standen noch lange wortlos, aber mit großem Verstehen in diesem Hotelzimmer. Einander gegenüber, an den Händen haltend.  Raum und Zeit waren irgendwie irreal. Bis sich der Zauber und der Schmerz des Moments endgültig verflüchtigt hatten und wir beide mit einer gewissen Nüchternheit in der Realität landeten. Wir lächelten einander an. Dann lachten wir herzhaft, bis die Augen tränten – diesmal waren es Lachtränen.

Einige Zeit später schrieb mir Ferdy eine Ansichtskarte und teilte kurz mit, dass er eine wunderbare Frau kennengelernt habe. Seinen späteren, kurzen Mitteilungen zufolge, ist sie wohl auch eine ganze Zeit mit ihm zusammen gewesen, auch in L.A. Ferdy hatte mehrmals andere Adressen, und irgendwann kam meine Post zurück „Empfänger unbekannt verzogen“ . Ob er ihr den Ring gegeben hat? Eine Antwort darauf werde ich niemals bekommen.

Ich wusste nichts von seiner Parkinson-Krankheit, an der er seit den 90er Jahren litt und an deren Folgen er am 30. Januar 1998 in London starb. Das erfuhr ich erst aus den Medien. Dennoch hatten wir voneinander Abschied genommen: an jenem Sommertag in Hamburg, im Hotel „Bellevue“….

Am 07. Dezember 2006, 20.40 Uhr, lässt „arte“ Ferdy Mayne noch einmal als begnadeten Vampir in „Tanz der Vampire“ (Regie: Roman Polanski)  auferstehen und am 09. Dezember 2006 – bezeichnenderweise an meinem Geburtstag!!!! – feiert diese Parodie auf das Vampirgenre in Berlin Premiere im „Theater des Westens“. Regie führt kein anderer als  Roman Polanski!

Virgina


Strahlende weiße Zähne, leuchtende Augen – Roberto Blanco scheint derzeit ein sehr zufriedener Mann zu sein! Zwar ist die Scheidung von Mireille noch nicht komplett in trockenen Tüchern, doch man will die Trennung wohlwollend und kooperativ über die Bühne bekommen. Die neue Frau an seiner Seite, Luzandra Straßburg, freut es und Roberto schaut in eine glücklich verliebte Zukunft. Auf den Seychellen gab sich das Paar schon das Ja-Wort. Natürlich muss die Hochzeit noch in Deutschland anerkannt werden, ein Bigamist will Roberto nicht sein!

Der Altersunterschied von fast 4o Jahren lässt den 74jährigen kalt. „Liebe kennt keine Altersgrenze“ sagt er, „ich betrachte mich einfach als zweimal gefühlte 35!“

Natürlich kann es immer wieder Probleme bei Partnerschaften geben. Das weiß Roberto Blanco nur zu gut. Gemeinsamkeiten müssen vorhanden sein. „Luzandra und ich kommen beide aus Kuba, unsere Familien leben sogar im gleichen Dorf“, führt er aus und sieht somit keine kulturellen oder sprachlichen Differenzen. „Das hat von Anfang an gepasst und war Liebe auf den ersten Blick! Wir saßen in derselben Limousine, die uns zu einer Veranstaltung fuhr und der Funken sprang sofort über.“  

Doch Roberto Blanco ist kein dummer Mann. Auch ihm ist klar, dass das biometrische Alter eine Rolle spielt – wenngleich es bei beiden gefühlsmäßig hundertprozentig übereinstimmt. Sicherlich nicht ohne Grund entdeckte er das Mittel EroXdoc, welches dem reiferen Mann ein grandioses Liebesleben bescheren soll. Wesentlicher Bestandteil ist Taurin, ein Wirkstoff der die Aktivität anregt.

„Das ist eigentlich das Entscheidende“, führt Roberto Blanco aus. „Ich sehe EroXdoc nicht ausschließlich als Potenzmittel. Es aktiviert mich, es ergänzt meine Lebensfreude und meine  natürlich Spontaneität. Dass es einen kleinen wesentlichen Nebeneffekt gibt“, fügt er schmunzelnd hinzu, „kann ich nicht abstreiten und das stört mich auch nicht wirklich!“

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