Steve Hackett ließ seine Pläne für eine Laufbahn als Mundharmonikaspieler sausen, als sich ihm Ende 1970 die Möglichkeit bot, bei Genesis einzusteigen. In der Besetzung mit Peter Gabriel, Phil Collins, Mike Rutherford und Tony Banks feierte er große Triumphe. Trotzdem zog er sich 1977, als die Band ungeachtet des erstarkenden Punkrocks auf dem ersten Höhepunkt ihres Erfolgs stand, aus dem Projekt zurück. Sein erstes Soloalbum "Voyage Of The Acolyte", bereits 1975 mit Beiträgen von Mike Rutherford und Phil Collins aufgenommen, war noch sehr im klassischen Genesis-Stil gehalten. Hierauf folgte "Please Don’t Touch" mit Randy Crawford und Richie Havens. Seitdem hat Steve Hackett mit regelmäßigem internationalen Erfolg weitere vierzehn Studioalben veröffentlicht. Mit dem Yes-Gitarristen Steve Howe gründete er 1986 die Supergroup GTR. Ihre Single konnte sich in den amerikanischen TOP 10 platzieren, das Album erreichte Platin-Status. Wie Time und Billboard bemerkten, hatten zu dieser Zeit alle aktuellen und ehemaligen Mitglieder von Genesis zwei Wochen lang Alben in den Billboard-TOP-20. Ganz im Kontrast zu diesen Werken stand das 1988er Album "Momentum", Ausdruck seiner im Entstehen begriffenen Philosophie einer "Musik ohne Netz und doppelten Boden". Eine überaus erfolgreiche akustische Tour schloss sich an, auf der ihn sein Bruder John auf der Flöte begleitete. Laut Feststellung der Financial Times gab es nur ein weiteres Ensemble, dem es in diesem Jahr gelang, in der angesehenen Londoner Barbican Concert Hall vor ausverkauftem Haus zu spielen - und das war das London Symphony Orchestra. In einer Aufführung des Konzerts für Gitarre und Orchester von Antonio Vivaldi spielte Hackett als Solist mit dem London Chamber Orchestra auf der würdigen Londoner South Bank, und gemeinsam mit John Paul Jones von Led Zeppelin, Nuno Bettencourt von Extreme und Paul Gilbert von Mr. Big gehörte er zu den Protagonisten von "Guitar Wars". Im Jahr 2002 folgte eine bemerkenswerte Reihe von Auftritten mit der namhaften klassischen Perkussionistin Evelyn Glennie, deren Höhepunkt die Uraufführung seiner Komposition "The City In The Sea" vor einer gebannten Zuhörerschaft in der Londoner Queen Elizabeth Hall war. Hacketts erfolgreiche Brückenschläge quer über das musikalische Spektrum haben ihm die Anerkennung zeitgenössischer Musiker aus Rock und Klassik eingebracht. Das 2005 erschienene Album "Metamorpheus" war sein fünftes klassisches Projekt, in dem er zur Begleitung des Underworld Orchestra klassische Konzertgitarre spielte. Es erwies sich als der natürliche Nachfolger seines "A Midsummer Night’s Dream" - einer TOP-10-Klassikaufnahme von 1997. Hierauf folgte 2006 die Veröffentlichung von "Wild Orchids", die gewissermaßen eine Synthese der vorangegangenen Arbeiten darstellte. Hier kombinierte er in größerem Umfang als je zuvor Rockund Klassikelemente. In seinem vierten Jahrzehnt als professioneller Musiker bleibt Steve Hackett sich als Künstler treu. Ohne sich in eine Schublade stecken zu lassen, verfolgt er unaufhaltsam weiter seinen Weg, auf dem eine Vielzahl musikalischer Ziele liegen. Als oft kopierter und nie erreichter Gitarrist ruht seine Reputation auf purem Talent und der unfehlbaren Fähigkeit, sein Publikum immer wieder herauszufordern und zu faszinieren, und für Generationen begeisterter Musiker auf der ganzen Welt ist Steve Hackett eine nicht versiegende Inspirationsquelle. |