Beide sind seit über 20 Jahren eine feste Größe im deutschsprachigen Spannungsfeld zwischen Rock, Pop und (vor allem sehr viel!!!) Soul. Ihren Durchbruch feierten sie zu Zeiten des Deutschrockbooms vor rund 25 Jahren. Beide haben in jenem Vierteljahrhundert nicht wenige Hits für Charts und Radio geschaffen, wie gleichsam Klasse Geheimtipps, die überwiegend von den obligatorischen Feinschmeckern und Musikspezialisten goutiert wurden. Sie traten stilistisch niemals auf der Stelle, entwickelten sich kontinuierlich weiter, wagten ungeahnte Experimente - und vor allem eines haben die beiden hier beschriebenen Topmusiker am Offensivsten gemeinsam:
Sie verfügen über enorm ausdrucksstarke, kraftvolle, mitreißende, unter die Haut gehende Stimmen, die jederzeit dazu in der Lage sind, die unterschiedlichsten Gefühle und Wahrnehmungen rein durch Gesang punktgenau auszudrücken, wie es nur ganz, ganz wenigen Popkünstlern in unseren Breitengraden überhaupt vergönnt ist.
Bei den hier beschriebenen Vollblutmusikern handelt es sich um niemand geringeren, als um JULIA NEIGEL und EDO ZANKI.
Fraglos zwei Koryphäen des Genres, die aber – wie es das Schicksal so wollte – erst jetzt für ein gemeinsames Projekt zusammenfanden, das äußerst spannend, vielseitig und nicht gerade vorhersehbar ausfallen dürfte!
Doch immer der Reihe nach. Zunächst ein paar Worte zu den einzelnen Protagonisten!
JULIA NEIGEL, 1966 in Sibirien geboren und seit 1971 in Deutschland ansässig, startete, nach einigen Erstversuchen in diversen, nicht weiter bekannt gewordenen Bands, im Jahr 1987 ihre Solokarriere. Durch ihren Mega-Hit „Schatten an der Wand“ und die ein Jahr darauf folgende, gleichnamige Debüt-LP, machte sie von heute auf morgen auf sich aufmerksam, und galt ab sofort als eines der hoffnungsvollsten Nachwuchstalente innerhalb der so breit gefächerten deutschen Pop- und Rockszene der ausgehenden 80er. Es folgten bis in die 90er Jahre hinein mehrere hoch gelobte LPs/CDs inkl. so prägnanter Singlehits, wie „Nie mehr miese Zeiten“, „Der Rebell“ (1988), „Heut’ Nacht“ (1991) oder „Sehnsucht“ (1994 – ein ganz besonders toller Titel, letztlich eine kongeniale muttersprachliche Adaption von Robert Palmers stilistisch und inhaltlich ähnlich ausgerichtetem 1986er-Welthit „Addicted to Love“).
Der dunkelhaarige Männerschwarm schrieb, produzierte und arrangierte nicht nur ihre eigenen Songs selbst, sondern griff auch immer häufiger für stilähnliche Kollegen zur Feder. Der filigrane, enorm feinfühlige Text zu Peter Maffays traumhafter Anti-Kriegs-/Anti-Gewalt-Hymne „Siehst Du die Sonne“ (1996) etwa wurde einzig und alleine von Julia ersonnen.
1998 zog sich JULE Neigel – unter diesem Namen stellte sie sich 1987/88 den Fans vor – aus der Öffentlichkeit zurück in eine längere Schaffenspause. Im August 2004 war JULIA Neigel auf einen Schlag wieder da: Die langmähnige Schönheit nannte sich fortan JULIA, wie sie sagte, als Zeichen ihrer endgültigen Erwachsenwerdung. Zunächst konnte man Julia auf „Unplugged“-Konzerten, mit einer neuen, hervorragenden Bandbesetzung, in kleinen Clubs erleben. Eine erste überzeugende Tournee in diesem Kontext absolvierte sie, deren musikalische Quintessenz 2006 auf der Live-CD und –DVD „Stimme mit Flügeln“ festgehalten wurde. Julia hatte sich für dieses riskante, aber – hier sprachen Fans und Kritiker gleichermaßen euphorisch – sehr gelungene Experiment von Rock und Pop vorerst entfernt und vielmehr auf balladeskes, eigenes Material und Ausflüge zu internationalen Fremdkompositionen aus Jazz, Blues, Soul und Chanson gesetzt. Erst für 2010 plant Julia ein neues Studioalbum, das wiederum – wie per Buschfunk zu erfahren ist - gewohnte, härtere Sounds beinhalten soll und bei Sony Music erscheint.
Ihr Kompagnon, Mitstreiter, Gesangspartner und kreativer Bruder im Geiste für hier angepriesenes Vorhaben, EDO ZANKI, ist heute knapp 58 Jahre alt, kam in der Kroatischen Hafenstadt Zadar zur Welt und wuselt seit den frühen 70ern durch die bundesdeutsche Popszene. Nach 1977 erschienen regelmäßig spannende, ambitionierte, von der Kritik durchwegs gelobte, kommerziell noch nicht weiter beachtete Rock/Soul-Produktionen, mal Deutsch, mal Englisch intoniert. Bis heute zu Edos Liveprogramm zählt der z.B. fetzige Funkrocker „Viertel vor Neun (Gib mir Musik)“ aus seiner muttersprachlichen Erstlings-LP „Jetzt komm’ ich“ (1977) – US-Soullegende Tina Turner war seinerzeit davon so sehr angetan, daß sie dieses so nervöse, wie aufmunternde, gleichsam ruhelose Funk-Epos als „Fruit of the Night“ für ihre erste LP ohne Ike, „Rough“ (1979), einsang.
Als sich hierzulande erstmals jenseits der Eingeweihten deutschgesungene Rock- und Popmusik etablierte und folglich – zumindest kurzzeitig - Hitparadenkompatibilität aufwies, erschienen 1983 („Wache Nächte“) und 1985 („Ruhig Blut“) zwei geradezu grandiose LPs, die z.B. mit „Come on“, „Gestern Nacht war ich in Afrika“ (83) oder „Süße Lügen“, „Dein roter Mund“, „Zu gut“ (85/86) Singleauskoppelungen in sich trugen, die einerseits hoch qualitativ und zutiefst prägnant ausgerichtet waren, und es andererseits zeitgleich problemlos vermochten, tief in die Mainstream-Radioprogramme diesen unseren Landes einzudringen.
Neben Fachkollegen, wie Wolf Maahn, Klaus Lage, „BAP“, HR Kunze, Grönemeyer und Co., zählte Edo Zanki vor 25 Jahren zur absoluten Speerspitze neuer, deutscher Rockklänge, selbst, wenn bei ihm das soulige Element zurecht und vollkommen passend stets im Vordergrund seiner Kompositionen, Arrangements und Interpretation stand.
1990 setzte der gutmütige Chaot mit Wohnsitz Karlsdorf (bei Karlsruhe), nach vierjähriger Pause, mittels der LP/CD „Und wir kriegen uns doch“ zu einem kleinen, aber feinen Comeback im teutonischen Rock/Soul-Spektrum der traditionellen Ausrichtung an, feierte bis 1994/95 ein paar freundliche, aber nicht allzu sehr umwerfende Achtungserfolge, wobei bei diesen schon frühzeitig eine emsige Fortentwicklung, raus aus der klassischen Deutschrock-Ecke, rein in Richtung zeitnahen Souls, Hip Hop und R’n’B, unverkennbar war.
1999 kam Edo Zanki in der ‚musikalischen Gegenwart’ an. Er kooperierte mit einheimischen Hip-Hop-Größen jener Tage – Sabrina Setlur, Xavier Naidoo, „Söhne Mannheims“, Thomas D. („Phantastische Vier“) etc. – und machte sich damit einen guten Namen bei der nachgewachsenen Generation, während der eine oder andere überzeugte „Alt-80er“ mit Edos neuzeitlichen Spielereien kaum noch etwas anzufangen wusste. Dafür aber entschädigte 2008 in bester Manier das bislang letzte reguläre Studioalbum des unermüdlichen Soul-Tausendsassas, „Alles, was zählt“, welches traditionelle und zeitgemäße Rock-, Soul- und Funk-Spielereien kongenial miteinander verband! Die Veröffentlichung der aktuellen Live-CD von Edo Zanki und Band nannte sich „Die Bewegungen sind lächerlich, aber das Gefühl ist maximal“. Das Album erschien im Herbst 2009 auf seinem eigenen Label „Brother Records“, im Vertrieb von Edel.
Und bevor Edo im Laufe des soeben begonnenen Jahres diesem Glanzlicht einen tönenden Nachfolger hinterher sendet, steht erst mal genau jenes Projekt auf der Agenda, das sich mit einiger Sicherheit als eines der ersten kreativen Highlights des Konzertlebens 2010 erweisen dürfte!
Dieses nennt sich schlicht „Rock’n’Soul 2010“ und entstand recht ad hoc, nachdem Julia und Edo letztes Jahr eine gemeinsame Session zelebriert hatten – das ausgewählte, anwesende Publikum war schier aus dem Häuschen geraten, über die perfekte Harmonie zwischen den zwei großartigen, unvergleichlichen Stimmen der beiden Soulheroen, so daß die beiden Ausnahmevokalisten beschlossen, aus dieser Einmaligkeit eine zeitlich begrenzte Live-Zusammenarbeit werden zu lassen.
Ja, und nun geht’s bald los: DIE beiden Soulröhren des deutschen Sprachraums, EDO ZANKI und JULIA NEIGEL, begeben sich auf eine einmalige Deutschlandtournee. Im Rahmen derer werden die unschlagbaren Deutschrock-Altstars, begleitet von einer gemeinsamen Allstar-Band, jeweils eigene Hits, bislang unveröffentlichte Titel aus Julias und Edos kommenden Studioproduktionen, sowie ein Vielzahl von Duetten und angloamerikanischen Standards aus Soul, Jazz, Funk und R’n’B präsentieren!
Banal formuliert: Was will man mehr? Dieses Versprechen von Julia und Edo sollte reichen, für volle, nein, sagen wir ruhig: für bis auf den letzten Platz ausverkaufte Hallen!!! Und es dauert nun wahrhaftig ja nimmer lange, bis dieses vokalistische Großereignis von jedem Gutwilligen ‚live’ genossen werden kann. Der Vorverkauf hat begonnen!
Hier die aktuellen Termine:
Fr 29.01.10 Aschaffenburg Colossaal
Sa 20.02.10 Melle Honerskamp
Fr 26.02.2010 Flensburg Roxy
Sa 27.02.2010 Neubrandenburg Güterbahnhof
So 28.02.2010 Hamburg „Delphi Showpalast“
Fr 05.03.2010 Remscheid Klosterkirche
Sa 20.03.2010 Mannheim Capitol
So 21.03.2010 Stuttgart Theaterhaus
Sa 10.04.2010 Kaiserslautern Kammgarn
Do 15.04.2010 Recklinghausen Vest/Arena
Fr 16.04.2010 Münster Jovel
Beginn: jeweils 20.00 Uhr
Eintritt: jeweils 24.00.- Euro plus Vvk.
Der Verfasser dieser Zeilen würde sich sehr freuen, auf diese Weise viele Freunde elektrisierender, deutscher Pop- und Soulmusik mit Gefühl, Intensität und Energie, jenseits von Charts-Einerlei und Ex-und-hopp-Belanglosigkeit, für diese faszinierende künstlerische Paarung begeistern zu können. Ich selbst werde zum gegebenen Zeitpunkt an dieser Stelle ausführlich über das Hamburger Gastspiel von Julia und Edo berichten!
Quelle: Holger Stürenburg, 12./13. Januar 2010
Fotocredits: www.sounds-promotion.de
Weitere Informationen:
Giko Krömker
ProjektWerkstatt
E-Mail: gkroemker@yahoo.de