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Ohne Zweifel ein ARD-Highlight! Als solches wurde es angekündigt und, in gewisser Weise, kann man dem zustimmen. Bei all dem Soap-Mist und Daily-Schwachsinn sticht ein Doppel-Movie wie dieser angenehm aus der Masse hervor! Doch war er wirklich die immensen Produktionskosten wert?Grundsätzlich muss jeder Fernsehzuschauer wissen, dass er ein "gewisses Mitspracherecht" an dem öffentlich-rechtlichen Programm hat. In jedem Fall in Höhe seiner GEZ-Gebühren, die auch Filme wie den "Untergang der Pamir" finanzieren. Und dieser Doppel-Movie war ganz gewiß nicht billig! Ein russisches Viermast-Segelschiff wurde umlackiert, die Oberliga der deutschen Schauspielgarde engagiert und die Trickstudios auf Malta bezahlt.
Bilder? Super Einstellungen! Schöne Kameraperspektiven...gutes Handwerk!
Schauspieler? Glaubwürdig! Knaup als karrieregeiler Kapitän absolut überzeugend! Liefers mit sympathischen Schuljungen-Schlechten-Gewisen-Flair und Behrendt als der Bootsmann, der weiß worum es geht. Nur die Nummer mit dem Schachbrett und den runterrutschenden Gerstenkörnern war etwas einfältig ... so blöd kann ja nun keiner sein, dass er diese Erklärung noch bildlich benötigt! Dass Bär, kurz vor dem Absaufen, noch mal mit sich selbst auf seine große Liebe anstößt, war wohl dichterische Freiheit. Aber cool, der Mann! Echter Lacher! Jetzt wissen wir was Galgenhumor ist!
Und genau da liegt das Mut-Problem dieses typisch bundesdeutschen Films: Ein Tanz auf dem Drahtseil zwischen Dokumentation und Fiktion. Beides nicht richtig gut gemacht, man konnte sich offensichtlich nicht entscheiden! Entweder eine wirklich fiktive und spannende Handlung oder eine wahrheitsgetreue Dokumentation...die kann auch aufregend sein. Die Mischung verdirbt eigentlich beide Aspekte. Oder haben Sie irgendwie Mitleid mit dem schwangeren Mädchen verspürt und schoß Ihnen die "Hollywood-Träne" ins Auge, als die Kleine in der Schlußszene das Tagebuch des ertrunkenen Freundes gelesen hat?
Was aber nun wirklich gigantisch war: Der Zeitgeist der 50er, Mobiliar, Flugzeug, Autos usw. wurden mit wahrer Perfektion eingefangen! Großes Lob an die Ausstatter!
Zusammenfassend: Eine gute fiktive Story wie bei "Titanic" hätte den Gefühlen des Zuschauers gut getan...oder wirklich dokumentativer Charakter. Ich hätte es spannend gefunden, wenn einer der noch heute (Über-) Lebenden (beispielsweise Kochsmaat Dummer) wieder zu erkennen gewesen wäre und seine Erinnerungen fokussiert worden wären!
OK...schön, dass der Zweiteiler gesendet wurde ....was kommt morgen?
Christian Pantel


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